đŸ•ŠïžÂ T o l e r a n z   f ĂŒ r   V i e l f a l t   u n d   F r i e d e n đŸ•Šïž
statt Hass und Hetze, damit sich Geschichte nicht wiederholt

s o n s t i g e   D D R – G e r Ă€ t e

 S t a s s f u r t

Colorlux IF 4010

Farbfernseher mit 67 cm-Bildröhre, PAL-Dekoder, acht SpeicherplÀtze, Infrarot-Fernbedienung, Kopfhörer- und TA/TB-Anschluss

Neben dem regulĂ€ren Vertrieb in RFT-GeschĂ€ften der DDR wurde der Colorlux IF 4010 auch im GENEX-Katalog angeboten. Über die GENEX Geschenkdienst GmbH konnten BundesbĂŒrger DDR-Waren aller Art gegen D-Mark erwerben und diese dann als Geschenk direkt an DDR-Adressen liefern lassen. Dieses fĂŒr den DDR-Außenhandel wohl sehr eintrĂ€gliche GeschĂ€ft wurde ĂŒber die Jauerfood Kopenhagen vermittelt, die auch die Bestellhotline mit dĂ€nischer Landesvorwahl betreute. Hier war z.B. der Colorlux fĂŒr 2.180,- DM erhĂ€ltlich. In der Produktbeschreibung des Kataloges von 1986 heißt es hierzu: „Mehr SehvergnĂŒgen durch mehr Bild – FarbfernsehgerĂ€t Colorlux IF 4010 – fĂŒr SECAM/PAL-Empfang mit 67-cm-Inline-Bildröhre; brilliante Farbwiedergabe ĂŒber den gesamten Bildschirm; 8 ProgrammspeicherplĂ€tze stehen zur VerfĂŒgung, die wie alle anderen Funktionen ĂŒber die Infrarot-Fernbedienung abrufbar sind; zusĂ€tzliche komplette Bordbedienung; Mittelwertsteller fĂŒr Normalbild: Helligkeit, Farbe, Kontrast, LautstĂ€rke, Ein/Aus (Bereitschaft) und Tonstop; mit Anschlussteil fĂŒr TonbandgerĂ€t und Kopfhörer; Maße (BHT) 780 x 540 x 460 mm“ (Bild oben rechts).

Colormat 4516

Farbfernseher mit 51 cm-Bildröhre, PAL-Dekoder, 16 SpeicherplÀtzen, Infrarot-Fernbedienung, Kopfhörer- und TA/TB-Anschluss

Neben dem regulĂ€ren Vertrieb in RFT-GeschĂ€ften der DDR wurde der Colormat 4516 auch ĂŒber die GENEX Geschenkdienst GmbH in Westdeutschland angeboten. Das GerĂ€t findet sich im GENEX-Katalog von 1986 fĂŒr 1.600,- DM. In der Produktbeschreibung heißt es hierzu: „FarbfernsehgerĂ€t Colormat 4516 – Ein Konzept fĂŒr das kleinere Platzangebot; hervorragende Farbbrillianz, ĂŒbersichtliche Gestaltung der Bedienzone; SECAM/PAL-Empfang, 51-cm-Farbbildröhre (Inline), Infrarot-Fernbedienung sowie komplette Bordbedienung; 16 ProgrammplĂ€tze mit Speicherung und vielen Automatikfunktionen; AnschlĂŒsse fĂŒr Kopfhörer und TonbandgerĂ€t; Maße (BHT) 630 x 430 x 460 mm“.

Luxomat 2001

Schwarz/weiß-Fernseher mit 61 cm-Bildröhre, sechs SpeicherplĂ€tzen, Kopfhörer- und TA/TB-Anschluss

Neben dem regulĂ€ren Vertrieb in RFT-GeschĂ€ften der DDR wurde der Luxomat 2001 auch ĂŒber die GENEX Geschenkdienst GmbH in Westdeutschland angeboten. Das GerĂ€t findet sich im GENEX-Katalog von 1986 fĂŒr 450,- DM. In der Produktbeschreibung heißt es hierzu: „Schwarz-Weiß-FernsehgerĂ€t Luxomat 2001 – Volltransistorisiertes GerĂ€t mit 61-cm-Bild; Senderschnellwahl durch 6-teiligen Senderspeicher mit freier WĂ€hlbarkeit; viele Automatikfunktionen; Sofort-Bild-und-Ton; Drehregler fĂŒr Kontrast, Helligkeit, LautstĂ€rke und Klang; frontseitige AnschlĂŒsse fĂŒr TonbandgerĂ€t und Kopfhörer; Maße (BHT) 720 x 490 x 390 mm“.

DebĂŒt 1001

Schwarz/weiß-Fernseher mit 50 cm-Bildröhre, sechs SpeicherplĂ€tzen, Kopfhörer- und TA/TB-Anschluss

Neben dem regulĂ€ren Vertrieb in RFT-GeschĂ€ften der DDR wurde der DebĂŒt 1001 auch ĂŒber die GENEX Geschenkdienst GmbH in Westdeutschland angeboten. Das GerĂ€t findet sich im GENEX-Katalog von 1986 fĂŒr 390,- DM. In der Produktbeschreibung ohne Bild heißt es hierzu: „Schwarz-Weiß-FernsehgerĂ€t DebĂŒt 1001 – Große Leistung auf kleinem Raum; mit 50 cm kontrastreichem Schwarz-Weiß-Bild, 6 ProgrammplĂ€tze frei wĂ€hlbar; grifig geformte Drehregler fĂŒr Helligkeit, Kontrast, LautstĂ€rke und Klang; Programmwahl ĂŒber 6 Drucktasten; viele Automatikfunktionen; Maße (BHT) 620 x 425 x 360 mm“.

đŸ“ș R o b o t r o n – E l e k t r o n i k   R a d e b e r g   ( R A F E N A )

combi-vision RF 3301

Schwarz/weiß-Fernseher mit 31 cm-Bildröhre, acht SpeicherplĂ€tzen, Kopfhörer- und TA/TB-Anschluss

Neben dem regulĂ€ren Vertrieb in RFT-GeschĂ€ften der DDR wurde der robotron RF 3301 auch ĂŒber die GENEX Geschenkdienst GmbH in Westdeutschland angeboten. Das GerĂ€t findet sich im GENEX-Katalog von 1986 fĂŒr 250,- DM. In der Produktbeschreibung heißt es hierzu: „Portables FernsehgerĂ€t schwarz-weiß RF 3301 – Das ideale FernsehgerĂ€t fĂŒr das kleinere Platzangebot, 31-cm-Bild; 8-teiliger Senderspeicher mit hoher Wiederkehrgenauigkeit, Drucktastentechnik, 12V-Batterieanschluss, gerĂ€teeigene Teleskopantenne und Ringdipol, Anschlussmöglichkeiten fĂŒr TB (Aufnahme) und Kopfhörer, GehĂ€useausfĂŒhrung metallic-farben, Gewicht 9 kg, Maße 430 x 290 x 260 mm“.

color-vision RC 6073

Farbfernseher mit 42 cm-Bildröhre, PAL-Dekoder, acht SpeicherplÀtzen, Kopfhörer- und TA/TB-Anschluss

Neben dem regulĂ€ren Vertrieb in RFT-GeschĂ€ften der DDR wurde der color-vision RC 6073 auch ĂŒber die GENEX Geschenkdienst GmbH in Westdeutschland angeboten. Das GerĂ€t findet sich im GENEX-Katalog von 1986 fĂŒr 950,- DM. In der Produktbeschreibung heißt es hierzu: „Portables FarbfernsehgerĂ€t color-vision RC 6073 – fĂŒr SECAM/PAL-Empfang, 42-cm-Farbbildröhre (inline); hervorragende Kontrasteigenschaften; 8 ProgrammspeicherplĂ€tze mit Speicherung und viele Automatikfunktionen; Kanalwahl durch Drucktasten; elektronische Feinabstimmung AFC; im GehĂ€use eingelassene Traggriffmulde; Anschlussmöglichkeiten fĂŒr Kopfhörer und TonbandgerĂ€t; Gewicht ca. 18 kg, Maße (BHT) 540 x 350 x 400 mm“.

color-vision RC 6075

Farbfernseher mit 42 cm-Bildröhre, PAL-Dekoder, 16 SpeicherplÀtzen, Infrarot-Fernbedienung, Kopfhörer- und TA/TB-Anschluss

Neben dem regulĂ€ren Vertrieb in RFT-GeschĂ€ften der DDR wurde der color-vision RC 6075 auch ĂŒber die GENEX Geschenkdienst GmbH in Westdeutschland angeboten. Das GerĂ€t findet sich im GENEX-Katalog von 1986 fĂŒr 1.100,- DM. In der Produktbeschreibung heißt es hierzu: „Portables FarbfernsehgerĂ€t color-vision RC 6075 – fĂŒr SECAM/PAL-Empfang, 42-cm-Farbbildröhre (inline) und Infrarot-Fernbedienung sowie komplette Bordbedienung; hervorragende Kontrasteigenschaften; 16 ProgrammspeicherplĂ€tze mit Speicherung und viele Automatikfunktionen; elektronische Feinabstimmung AFC; Funktionen der Fernbedienung: direkte Kanalwahl, LautstĂ€rke, Helligkeit, Kontrast, Farbe und Optimalautomatik; gerĂ€teeigene Doppelteleskopantenne; im GehĂ€use eingelassene Traggriffmulde; Anschlussmöglichkeiten fĂŒr Kopfhörer und TonbandgerĂ€t; Innenlautsprecher abschaltbar; Gewicht ca. 18 kg, Maße (BHT) 540 x 350 x 400 mm“.

color-vision RC 9140

Einleitung der Bedienungsanleitung: „Das tragbare FarbfernsehgerĂ€t color-vision RC 9140 bietet Ihnen eine FĂŒlle von hohen Gebrauchswerteigenschaften wie z.B. Einsatz eines Kabeltuners, digitales Abstimm- und Anzeigesystem mit Mikrocomputer, scharfe Farbwiedergabe durch Flankenversteilerung, 29 Programmspeicher, Euro-AV-Anschluss fĂŒr VideogerĂ€te und Heimcomputer und Abschaltautomatik bei Sendeschluss. 
“ Der RC 9140 wurde 1988 als tragbarer Ableger des großen Color 40 entwickelt und im VEB Robotron-Elektronik Radeberg bis 1990 produziert. Der Grundaufbau des GerĂ€tes entspricht hierbei wohl weitestgehend dem schon zuvor produzierten RC 6073. Statt der spannungsgesteuerten Frequenzabstimmung ohne Fernbedienung oder mit der DDR-Fernbedienung selectron kam hier jedoch erstmals das Digitale Abstimm- und Anzeigesystem (DAAS) in PHILIPS-Lizenz zum Einsatz. Dieses ermöglicht die digitale Speicherung von 29 Programmen sowie der LautstĂ€rke- und Bildparameter. Die entsprechenden Daten werden auf einem RAM-Speicher hinterlegt, der jedoch noch einen zusĂ€tzlichen StĂŒtzakku benötigt. Der Kabeltuner empfĂ€ngt in 83 KanĂ€len das VHF-Band 1 und 3, sowie das UHF-Band 4 und 5. Das GerĂ€t verfĂŒgt ĂŒber einen Decoder fĂŒr die westeuropĂ€ische PAL-Norm sowie auch fĂŒr die in Frankreich und Osteuropa ĂŒbliche SECAM-Norm. Das Bild wird von der Farb-Bildröhre A38NCR00X05 mit einer Diagonale vom 38 cm wiedergegeben, die Monoendstufe ist mit dem IC-VerstĂ€rker A211D bestĂŒckt und als Lautsprecher kam der sehr kompakte und trotzdem leistungsstarke L 1716 mit 10 VA und 4Ω zum Einsatz. Das GerĂ€t verfĂŒgt neben dem 75Ω-Antenneneingang ĂŒber eine zum Lieferumfang gehörige aufgesteckte Doppelteleskopantenne, einen SCART-Anschluss und eine Diodenbuchse mit Aufnahmeausgang, jedoch nicht ĂŒber einen Wiedergabeeingang. Außerdem existiert bereits ein Steckplatz fĂŒr eine Videotextplatine. Die Bedienung der Grundfunktionen Programmfortschaltung, Sendersuchlauf, Farbe, Helligkeit, Kontrast und LautstĂ€rke kann direkt am GerĂ€t erfolgen. Zur kompletten Bedienung wird die im VEB Keramische Werke Hermsdorf produziert und zum Lieferumfang gehörige IR-Fernbedienung RCS 9085 benötigt. Das gewĂ€hlte Programm wird permanent ĂŒber ein zweistelliges 7-Segment-LED-Display angezeigt. Außerdem lĂ€sst sich an der Front noch ein Kopfhörer anschließen. Der color-vision RC 9140 war somit der bestausgestattete tragbare DDR-Fernseher, auch wenn sich ein 38cm-Bilddiagonale in einem 14,5 kg schweren GerĂ€t gegenĂŒber heutigen Flatscreens natĂŒrlich gewaltig relativieren. Mit den zu dieser Zeit ĂŒblichen GerĂ€ten aus bundesdeutscher Produktion konnte der RC 9140 aber durchaus mithalten.

Leider bleiben auch diesem GerĂ€t die typischen Standardfehler nicht erspart. Die hĂ€ufigste Fehlerquelle ist hierbei wohl der leichtgĂ€ngige Netzschalter mit Wischkontakt und der schon in anderen RFT-Fernsehern verbaute Zeilentrafo des Typs ÜHA108. Dieser ist vergossen und platzt gerade beim Betrieb in sehr kalten RĂ€umen gerne auf. Er lĂ€sst sich jedoch noch relativ einfach wechseln. Originalersatz gibt es z.B. unter rft-ersatzteile.de oder beim POLLIN-Versand. Eine weitere Fehlerquelle, die auch bei funktionstĂŒchtigen GerĂ€ten vorsorglich gewechselt werden sollte, ist der StĂŒtzakku des Abstimmsystems. Dieser ist fast immer ausgelaufen und zerstört hierdurch die Leiterbahnen der Platine. Er lĂ€sst sich jedoch problemlos durch einen kostengĂŒnstigen 1,2V-Knopfzellen-Akku mit Lötfahnen und geringer KapazitĂ€t ersetzen. Insgesamt gesehen ist der RC 9130 aber trotzdem ein zuverlĂ€ssiges RFT-GerĂ€t, das aufgrund seiner kompakten Abmessung, der guten BildqualitĂ€t und der mittlerweile recht wenigen noch existierenden DDR-Fernseher auf jeden Fall erhaltenswert ist.

RAFENA color-vision RC 9141

Der nur 1990 produzierte color-vision RC 9141 wurden gegenĂŒber dem RC 9140 um eine Videotext-Platine erweitert. Diese ist wie das Digitale Abstimm- und Anzeigesystem (DAAS) eine PHILIPS-Entwicklung. UrsprĂŒnglich war die BestĂŒckung mit einer derartigen Platine bereits beim ansonsten baugleichen RC 9140 geplant, wurde aber auch bei den ExportgerĂ€ten meines Wissens nie umgesetzt. Zum Lieferumfang des RC 9141 gehört statt der Fernbedienung RCS 9085 eine RCS 9083 mit zusĂ€tzlichen Videotext-Tasten. Das GerĂ€t trĂ€gt statt der Beschriftung mit RFT und robotron nun wieder den ursprĂŒnglichen Markennamen des Radeberger Werkes RAFENA (Radio Fernsehen Nachrichtentechnik). Leider war dieses dann auch das letzte FernsehgerĂ€t aus Radeberg. Das zweite DDR-Fernsehwerk in Staßfurt konnte sich in der schwierigen Wendezeit dann aber doch wieder behaupten und fĂŒr die Gestaltung einiger GerĂ€te den Industriedesigner Luigi Colani gewinnen.

K e r a m i s c h e   W e r k e   H e r m s d o r f

RCS 6280

Die von 1988 bis 1990 im VEB Keramische Werke Hermsdorf produzierte Infrarot-Fernbedienung RCS 6280 gehörte zum Lieferumfang des Staßfurter Stereo-Farbfernsehers Color 40. Entsprechend dem zugehörigen FernsehgerĂ€t verfĂŒgt sie ĂŒber alle grundlegenden Bedien- und Programmierfunktionen inklusive Videotextsteuerung und Stereo-Balanceregelung. Die Fernbedienung arbeitet mit dem Digitalen Abstimm- und Anzeigesystem (DAAS) in PHILIPS-Lizenz (VTS71-Code). Die Spannungsversorgung erfolgt ĂŒber einen 9V-Block.






AT tiny 2313 (HMK 100 IR)

Bei der HiFi-Kombination HMK 100 IR, zu der diese IR-Fernbedienung gehörte, handelt es sich um ein Entwicklungsmuster, das so nicht mehr in Serie gegangen ist. Hierbei wurden der serienmĂ€ĂŸige VerstĂ€rker HMK-V100, der Tuner HMK-T 100, das Kassettendeck HMK-D 100 und der optische stark abweichende Plattenspieler LT-CS 01 jeweils mit einer diskret bestĂŒckten Zusatzplatine und eigenem IR-EmpfĂ€nger bestĂŒckt. Über die AT tiny 2313 aus Hermsdorfer Produktion lassen sich fĂŒr den VerstĂ€rker das Netz zuschalten, die LautstĂ€rker regeln, der Betrieb zwischen Tuner, Plattenspieler, Deck 1 und Deck 2 wechseln sowie der Monobetrieb und eine Stummschaltung aktivieren. Die am VerstĂ€rker nun zusĂ€tzlich beleuchteten Tasten wurden hierfĂŒr genauso wie der installierte LaustĂ€rkeregler einfach außer Betrieb gesetzt. Zur Funktionsanzeige und Batteriekontrolle der Fernbedienung besitzt der VerstĂ€rker ein zusĂ€tzliche blaue LED zwischen den beiden Pegelanzeigen, die vermutlich nur das Empfangsignal der Infrarot-LED in der Fernbedienung eins zu eins wiedergibt. FĂŒr den Tuner HMK-T 100 kann mit der AT tiny 2313 zwischen allen sieben ProgrammspeicherplĂ€tzen und der manuellen Abstimmung gewechselt werden. Am Plattenspieler LT-CS 01 lĂ€sst sich der Tangentialtonarm vor- und zurĂŒckfahren sowie auf- und absenken. Des Weiteren kann zwischen 33 und 45 Umdrehungen gewechselt werden sowie der Antrieb gestartet und gestoppt werden. FĂŒr das Kassettendeck HMK-D 100 kann das Laufwerk per Fernbedienung gestartet und gestoppt werden, es lĂ€sst sich vor- und zurĂŒckspulen sowie pausieren. Außerdem kann die Aufnahme gestartet und ein Intro aktiviert werden. WĂ€hrend der VerstĂ€rker eine etwas aufwendigere Steuerung mit Motorregler und zusĂ€tzlicher Tastenbeleuchtung benötigte, konnte beim Tuner, Plattenspieler und Kassettendeck grĂ¶ĂŸtenteils auf die vorhandene Funktionsauswahl und -beleuchtung zurĂŒckgegriffen werden.

RCS 6292 (HMK 200)

Die Infrarot-Fernbedienung RCS 6292 diente als ErgĂ€nzung zur nie in Serie produzierten Fernbedieneinheit HMK-F 200, die wiederum die HIFI-Kombination HMK 200 steuerte. Sie ermöglicht die Bedienung der wichtigsten Funktionen des Tuners, VerstĂ€rkers, Plattenspielers und Kassettendecks. FĂŒr den VerstĂ€rker HMK-V 200 kann die LautstĂ€rke und die Tonquelle gewĂ€hlt werden, wobei das integrierte LautstĂ€rke-Potentiometer hierbei einfach ĂŒberbrĂŒckt wird. Am Tuner kann zwischen UKW, Mittel- und Langwelle umgeschaltet werden und es lassen sich die gespeicherten Programme wechseln, am Kassettendeck die grundliegenden Laufwerkfunktionen. Des Weiteren können am Plattenspieler HMK-PA 2205 alle grundliegenden Funktionen gesteuert werden.

RCS 6292.1

Die Infrarot-Fernbedienung RCS 6292.1 auf Basis der RCS 6292 verfĂŒgt weder ĂŒber eine Videotextsteuerung noch ĂŒber eine Stereo-Balanceregelung. Sie wurde zusammen mit dem zugehörigen Mono-Fernseher ĂŒber BRUNS in Westdeutschland vertrieben.











RCS 6296

Die Infrarot-Fernbedienung RCS 6296 entspricht der RCS 6292.1, ihr fehlt jedoch eine Videotextsteuerung. Auch hier erfolgte der Westexport ĂŒber BRUNS Hamburg.












Rafena RCS 9082.1

Die IR-Fernbedienung RCS 9082.1 wurde offensichtlich bei CME in Italien fĂŒr die Radeberger Fernseher produziert, nachdem die IR-Sender-Produktion in Hermsdorf zunehmend entfiel. Sie trĂ€gt hierbei den zwischenzeitig wieder verwendeten Markennamen RAFENA des VEB Kombinat Robotron Radeberg (vormals RAFENA-Werke Radeberg). Mit der RCS 9082.1 kann neben den ĂŒblichen Grundfunktionen der Videotext und ein Videorecorder gesteuert werden, ein Stereo/Mono-Umschalter und eine Balanceregelung fehlen jedoch. Eine Bedienung der Staßfurter Stereo-Fernseher sollte trotzdem problemlos möglich sein, da alle RFT-GerĂ€te dieser Zeit mit dem Digitalen Abstimm- und Anzeigesystem (DAAS) mit VTS71-Code ausgestattet sind. SĂ€mtliche Bedienelemente wurden auf der RĂŒckseite des Sichtkartons aufgedruckt, wodurch eine separate Bedienungsanleitung entfiel.

RCS 9083

Die Infrarot-Fernbedienung RCS 9083 gehörte zum Lieferumfang des RAFENA color-vision RC 9141. Dem zugehörigen FernsehgerĂ€t entsprechend verfĂŒgt sie ĂŒber alle grundlegenden Bedien- und Programmierfunktionen inklusive Videotextsteuerung, jedoch fehlt die Stereo-Balanceregelung. Die Fernbedienung arbeitet mit dem Digitalen Abstimm- und Anzeigesystem“ (DAAS) in PHILIPS-Lizenz (VTS71-Code) und wurde erst 1990 im VEB Keramische Werke Hermsdorf produziert. Die Spannungsversorgung erfolgt ĂŒber einen 9V-Block.






RCS 9085

Die von 1988 bis 1990 im VEB Keramische Werke Hermsdorf produzierte Infrarot-Fernbedienung RCS 9085 gehörte zum Lieferumfang des robotron color-vision RC 9140. Dem zugehörigen FernsehgerĂ€t entsprechend verfĂŒgt sie ĂŒber alle grundlegenden Bedien- und Programmierfunktionen, jedoch weder ĂŒber eine Videotextsteuerung noch ĂŒber eine Stereo-Balanceregelung. Die Fernbedienung arbeitet mit dem Digitalen Abstimm- und Anzeigesystem (DAAS) in PHILIPS-Lizenz (VTS71-Code). Die Spannungsversorgung erfolgt ĂŒber einen 9V-Block.








RFT TV 400

Die TV 400 stammt trotz erstmals vermerktem RFT-Logo nicht mehr aus Hermsdorfer Produktion Sie wurde zu den auch lange nach der Wende noch in Staßfurt produzierten RFT-Fernsehern ausgeliefert und verfĂŒgt ĂŒber eine Videotextsteuerung, jedoch fehlt die Stereo-Balanceregelung. Kompatibel ist sie z.B. mit den GerĂ€ten Color 40, Colorlux 5220 und 70 VT, ansonsten aber auch mit jedem DAAS-GerĂ€t.








RFT Stassfurt TV 510

Beschreibung folgt

RFT Stassfurt TV 551

Bei der TV 551 handelt es sich ebenfalls um eine eingekaufte Fernbedienung zu Nachwende-FernsehgerĂ€ten aus Staßfurter Produktion. Sie funktioniert lediglich ĂŒber die Grundfunktionen Programmwahl, LautstĂ€rke und eine TV/Video-Umschaltung.












RFT Stassfurt TV 552 & TV 620

Beschreibung folgt

RFT Video Vision

M e ß g e r Ă€ t e w e r k   Z w ö n i t z

A 310 – Stereo-Kassetten-Autoradio mit Mono-UKW sowie Mittelwellenempfang und Stereo-Deck/-Endstufe

ETE

A 300 – Mono-Kassetten-Autoradio mit UKW- und Mittelwellenempfang

A 320

12V-Stereo-UKW/Mittelwellen-Kassetten-Autoradio

Neben dem regulĂ€ren Vertrieb in RFT-GeschĂ€ften der DDR wurde das A 320 auch ĂŒber die GENEX Geschenkdienst GmbH in Westdeutschland vertrieben. Die Bezahlung erfolgte hierbei in D-Mark mit anschließender Lieferung an den angegebenen GeschenkempfĂ€nger in der DDR. So wurden die A 320 im GENEX-Katalog von 1986 fĂŒr 290,- DM angeboten. In der Produktbeschreibung heißt es hierzu: „Freude am Klang auf allen Straßen – Stereo-Autoradiorecorder A 320 – ohne Lautsprecher; MW, UKW; Stereo-Rundfunk-Empfang, Stereo-Kassettenwiedergabe (nicht fĂŒr ORWO K 60); LED-Anzeige; Fest-AFC mit automatischer Abschaltung bei Senderwahl und Einschaltung nach verzögerter Zeit; Vorrangschaltung fĂŒr Kassettenbetrieb; automatische Umschaltung auf Rundfunkempfang bei Motorstop; Ausgangsleistung 2 x 4 W; Anschluss 12 V; Maße (BHT) 180 x 44 x 150 mm; fĂŒr PKW Trabant nicht geeignet“ (zu dieser Zeit noch mit 6V-Bordnetz).


A 330 – Stereo-Autoradio mit Stereo-UKW und Mittelwellenempfang, aber ohne Kassettenteil
A 341 tournee – Mittel- und Kurzwellen-Autoradio mit Mono-Endstufe

A n t e n n e n w e r k e   B a d   B l a n k e n b u r g

A 321 - Autoradio, identisch mit A 320 von ETE
A 345 - Autoradio, identisch mit A 330 von ETE, jedoch Mono, aber zusÀtzlich mit VRF (Verkehrsfunk, mittels Stereo-Decoder A290D)
ACR 20 Greifenstein – Stereo-Kassetten-Autoradio, Lizenznachbau des Blaupunkt Heilbronn SQM 39

⌚ M i k r o e l e k t r o n i k   M ĂŒ h l h a u s e n

Hersteller von Röhren, spÀter von Heimcomputern wie z.B. dem KC 85 (Bild) und Taschenrechnern, die zum Teil auch exportiert wurden; Nach der Wende wurde der Betrieb aufgespaltet, wobei die entsprechenden Unternehmen heute noch Maschinensteuerungen, WasserzÀhler, Rohrleitungen und Weiteres produzieren.

Minirex 73















Minirex 74












Minirex 75


konkret 100










konkret 200












konkret 400










konkret 600














ЭлДĐșŃ‚Ń€ĐŸĐœĐžĐșа Б3-19М (Electronica B3-19M)

Der Taschenrechner Б3-19M ist die sowjetische Variante des RFT konkret 600 (vermutlich nur umtypisiert und nicht direkt durch den Moskauer Hersteller ЭлДĐșŃ‚Ń€ĐŸĐœĐžĐșа in Lizenz produziert).

MR 201












MR 410














MR 411










Tesla MR 411

Der Taschenrechner MR 411 aus dem VEB Mikroelektronik “Wilhelm Pieck” MĂŒhlhausen wurde in der Ex-ČSSR ĂŒber TESLA mit identischer Typenbezeichnung vertrieben. Der einzige Unterschied zur DDR-AusfĂŒhrung besteht im höheren GehĂ€use mit leicht angewinkelter Front Ă€hnlich den DDR-Tischrechnern. Die Front blieb hierbei inklusive der Beschriftung komplett unverĂ€ndert.

MR 4110

Der um 1988 im VEB Mikroelektronik MĂŒhlhausen produzierte Tischrechner MR 4110 entspricht technisch weitestgehend dem Taschenrechner MR 411. Das GerĂ€t verfĂŒgt jedoch ĂŒber ein geĂ€ndertes GehĂ€use mit diagonalem Bedienfeld und StandflĂ€che. Die beim MR 411 noch separat ausgefĂŒhrten Tasten fĂŒr die Zeitkorrektur und Stoppuhr wurden beim MR 4110 als Zweitfunktionen auf die Tasten „-“, „:“, „x“, „+“, „=“ und „%“ gelegt. Außerdem erfolgt die Spannungsversorgung nicht mehr ĂŒber Knopfzellen, sondern ĂŒber zwei R6-Mignonbatterien, was gerade aufruund des Dauerbetriebs der Uhr sinnvoll ist.

Tesla MR 4110

Der Tischrechner MR 4110 aus dem VEB Mikroelektronik “Wilhelm Pieck” MĂŒhlhausen wurde in der Ex-ČSSR mit identischer Typenbezeichnung ĂŒber TESLA vertrieben.

MBO MR 4110

Der MR 4110 wurde ĂŒber die MBO International aus MĂŒnchen/Deisenhofen auch in Westdeutschland vertrieben. Ein Verweis auf den ursprĂŒnglichen Hersteller aus MĂŒhlhausen fehlt hierbei komplett. Parallel gab es auch noch GerĂ€te ganz ohne Herstellerangaben und Angaben zum Importeur (MBO).




MR 412










Tesla OKU 209 (MR 412)

Der Taschenrechner MR 412 aus dem VEB Mikroelektronik “Wilhelm Pieck” MĂŒhlhausen wurde ĂŒber TESLA in der Ex-ČSSR mit identischer Typenbezeichnung vertrieben. Der einzige Unterschied zur DDR-AusfĂŒhrung besteht im höheren GehĂ€use mit leicht angewinkelter Front Ă€hnlich den DDR-Tischrechnern. Die Front blieb hierbei – abgesehen von der Beschriftung – komplett unverĂ€ndert. Die Spannungsversorgung erfolgte vermutlich ĂŒber zwei R6-Mignonbatterien.

MR 413









Tesla MR 413

Der Taschenrechner MR 413 aus dem VEB Mikroelektronik “Wilhelm Pieck” MĂŒhlhausen wurde in der Ex-ČSSR ĂŒber TESLA mit identischer Typenbezeichnung vertrieben. Der einzige Unterschied zur DDR-AusfĂŒhrung besteht im höheren GehĂ€use mit leicht angewinkelter Front Ă€hnlich den DDR-Tischrechnern. Die Front blieb hierbei inklusive Beschriftung komplett unverĂ€ndert. Die Spannungsversorgung erfolgte vermutlich ĂŒber zwei R6-Mignonbatterien.

MR 4130

Der um 1989 im VEB Mikroelektronik MĂŒhlhausen produzierte Tischrechner MR 4130 entspricht technisch weitestgehend dem Taschenrechner MR 413. Das GerĂ€t verfĂŒgt jedoch – wie der MR 4110 - ĂŒber ein geĂ€ndertes GehĂ€use mit diagonalem Bedienfeld und StandflĂ€che. Auch die beim MR 413 noch separaten Tasten fĂŒr die Zeitkorrektur und Stoppuhr wurden beim MR 4130 als Zweitfunktionen auf die Tasten „-“, „:“, „x“, „+“, „=“ und „%“ gelegt. Außerdem erfolgt die Spannungsversorgung nicht mehr ĂŒber Knopfzellen, sondern ĂŒber zwei R6-Batterien, was gerade durch den Dauerbetrieb der Uhr sinnvoll ist. Vom MR 4110 unterscheidet sich der MR 4130 wiederum durch die 24h- statt 12h-Zeitanzeige.

Tesla MR 4130

Der Tischrechner MR 4130 aus dem VEB Mikroelektronik “Wilhelm Pieck” MĂŒhlhausen wurde in der Ex-ČSSR ĂŒber TESLA mit identischer Typenbezeichnung vertrieben.

MR 420














MR 510










MR 511

Der Taschenrechner MR 511 entspricht technisch weitestgehend dem Tischrechner MR 5110. Auch die Bedienfeldanordnung wurde in das deutlich kleinere GehĂ€use weitestgehend ĂŒbernommen. Die Spannungsversorgung erfolgt ĂŒber zwei Knopfzellen des Typs SR54S. Zum Lieferumfang gehörte ein braunes Kunstlederetui.




Tesla MR 511

Der Taschenrechner MR 511 aus dem VEB Mikroelektronik “Wilhelm Pieck” MĂŒhlhausen wurde in der Ex-ČSSR ĂŒber TESLA mit identischer Typenbezeichnung vertrieben.

MR 513

Der Taschenrechner MR 513 entspricht technisch weitestgehend dem Tischrechner MR 5130. Auch die Bedienfeldanordnung wurde in das deutlich kleinere GehĂ€use weitestgehend ĂŒbernommen. Die Spannungsversorgung erfolgt ĂŒber zwei Knopfzellen des Typs SR54S. Vom MR 511 unterscheidet sich der MR 513 wiederum durch die 24h- statt 12h-Zeitanzeige. Zum Lieferumfang gehörte ein braunes Kunstlederetui.



MR 609










Schulrechner SR 1 (MR 609)

Der MR 609 wurde in der DDR zum deutlich niedrigeren Preis von 123,- M als SR 1 vertrieben und wurde zum Standardrechner der Polytechnischen Oberschule. Voraussetzung fĂŒr den vergĂŒnstigten Kauf war aber wohl ein Schulberechtigungsschein.










Tesla MR 609

Der Taschenrechner MR 609 aus dem VEB Mikroelektronik “Wilhelm Pieck” MĂŒhlhausen wurde in der Ex-ČSSR ĂŒber TESLA mit identischer Typenbezeichnung vertrieben. Der einzige Unterschied zur DDR-AusfĂŒhrung besteht im höheren GehĂ€use mit leicht angewinkelter Front Ă€hnlich den DDR-Tischrechnern. Die Front blieb hierbei inklusive Beschriftung komplett unverĂ€ndert. Die Spannungsversorgung erfolgte vermutlich ĂŒber zwei R6-Mignonbatterien.

MBO MR 609 (Art.-No. 5290)

Der MR 609 wurde ĂŒber die MBO International aus MĂŒnchen/Deisenhofen auch in Westdeutschland vertrieben. Ein Verweis auf den ursprĂŒnglichen Hersteller aus MĂŒhlhauesn fehlt hierbei komplett. Des Weiteren gab es noch eine AusfĂŒhrung komplett ohne Markennamen auf der Front und Hersteller- sowie Herkunftsangaben auf der RĂŒckseite.








MR 6090

Tesla MR 6090

Der Tischrechner MR 6090 aus dem VEB Mikroelektronik “Wilhelm Pieck” MĂŒhlhausen wurde in der Ex-ČSSR ĂŒber TESLA mit identischer Typenbezeichnung vertrieben.

MR 610










Tesla MR 610

Der Taschenrechner MR 610 aus dem VEB Mikroelektronik “Wilhelm Pieck” MĂŒhlhausen wurde in der Ex-ČSSR ĂŒber TESLA mit identischer Typenbezeichnung vertrieben. Der einzige Unterschied zur DDR-AusfĂŒhrung besteht im höheren GehĂ€use mit leicht angewinkelter Front Ă€hnlich den DDR-Tischrechnern. Die Front blieb hierbei inklusive Beschriftung komplett unverĂ€ndert. Die Spannungsversorgung erfolgte vermutlich ĂŒber zwei R6-Mignonbatterien.

♟ M i k r o e l e k t r o n i k   „ K a r l   M a r x “   E r f u r t

SC 1 (Schach-Computer 1)

Der SC 1 wurde als ersten Schach-Computer der DDR lediglich in einer Kleinserie zu Demonstrationszwecken produziert. Das GehĂ€use besteht aus einer Holzzarge mit bedrucktem Alublech-Schachfeld. Die Eingabe der SchachzĂŒge erfolgte noch ĂŒber eine seitlich vom Schachfeld positionierte Tastatur, die Ausgabe der SchachzĂŒge ĂŒber ein LED-Display.

SC 2 (Schach-Computer 2)

Auf Basis des SC 1 wurde ab 1981 der SC 2 mit PlastikgehĂ€use gefertigt, da dieses in der Fertigung deutlich gĂŒnstiger war. Am Bedienkonzept mit separater Tastatur und LED-Display hat sich hierbei jedoch nichts geĂ€ndert.

Chess Master G-5003.500 (CM)

Der Schachcomputer Chess Master G-5003.500 (kurz CM) wurde ab 1985 als Nachfolger des SC 2 im VEB Mikroelektronik „Karl Marx“ Erfurt (ehemals Funkwerk Erfurt) produziert. Um sich bewusst von anderen Schachrechnern abzusetzen, kam bei diesem GerĂ€t ein sehr hochwertig verarbeitetes HolzgehĂ€use mit Standard-Schachbrettmaß zum Einsatz. Das GerĂ€t verfĂŒgt ĂŒber ein Sensor-Schachfeld, das direkt mittels Spielfiguren die Zugein- und -Ausgabe erfasst. Hierzu wurden Hallgeneratoren unter jedem Feld verbaut. Um das 12 mm dicke Schachbrett zu ĂŒberwinden, kamen unter dem beidseitigen Furnier Stahlstifte zum Einsatz und die Figuren besitzen entsprechende Magneten. Die Anzeige der berechneten SpielzĂŒge erfolgt ĂŒber jeweils eine LED auf jedem Spielfeld und der Spielzug wird zusĂ€tzlich akustisch quittiert. Über zehn Tasten kann die Betriebsart gewĂ€hlt werden. Diese Tasten sind wie folgt belegt: New Game – Spielbeginn, Level – SpielstĂ€rke in acht Stufen, Color – Farbwahl, Board – Stellungskorrektur/Problemeingabe, Selfplay – Chess-Master spielt abwechselnd fĂŒr beide Seiten, Referee – CM hat nur Kontrollfunktion, Random – Zufallsgenerator in vier Stufen, Hint – Zugvorschlag, Halt – Ausgabe eines Sofortzuges durch den CM. Jede dieser Tasten besitzt eine entsprechende Anzeige-LED. Des Weiteren sind die acht oberen Tasten zusĂ€tzlich mit den Spiel- und Zufallsstufen belegt. Auf der Hauptplatine wurde als Prozessor die 8bit-CPU UB880D mit einer Taktung von 2,5 MHz verbaut. Zum Speichern des Programms dienen zehn 1kByte-ROM U505D und den Arbeitsspeicher von insgesamt 2 kByte liefern vier 1024x4Bit-RAM U214D30 (DDR-Nachbauten des Intel MM2114). Des Weiteren kamen zwei PIO-Schaltkreise des Typs U855D, ein 4-aus-16-Decoder К155ИДЗ (K155ISD, entspricht dem 74154) und ein 4-fach-NAND-Gatter 74LS00 zum Einsatz. Die Stromversorgung erfolgt ĂŒber das 230V-Netz, das der offensichtlich etwas anfĂ€llige Trafo 15003.500-1701Bv in 9,3V wandelt und dem GerĂ€t bereitstellt. An der linken GehĂ€useseite findet sich ein mit Samtpapier ausgelegtes Holzschubfach fĂŒr die Spielfiguren.

Der CM wurde in der DDR fĂŒr stolze 1.580,- M vertrieben und parallel als Radiophon Chess Master G-5003.500 nach Westdeutschland exportiert. Ein Verweis auf den ursprĂŒnglichen Hersteller und die thĂŒringische Herkunft fehlt hierbei komplett. Der RFT Chess Master G-5003.500 wurde auch ĂŒber die ELCOS Electronic-Computer-Versand GmbH aus West-Berlin auch in der Bundesrepublik vertrieben. In einer Anzeige der Zeitschrift Funkschau 24/1986 heißt es zu dem GerĂ€t, das fĂŒr 249,50 DM angeboten wurde: „Schachcomputer, hoher Bedienungskomfort, z.B.: Rochade, Fehlmeldung, Zufallsstufe optisch, 9 SpielstĂ€rken u.v.m.“.

Chess Master G-5003.501 (CM)

Der Chess Master G-5003.500 wurde spĂ€ter technisch etwas ĂŒberarbeitet und als optisch identischer Chess Master G-5003.501 herausgebracht. Das GerĂ€t erreicht dank Taktung von 4 MHz statt 2,5 MHz eine höhere Rechnergeschwindigkeit. Als Prozessor kam die 4MHz-CPU UA880D zum Einsatz.

Chess Master Tisch (CMT)

Auf Basis des Chess Master G-5003.500 gab es auch einen hochwertig gearbeiteten Schachtisch mit integriertem Rechner. Die Bedienelemente waren in einem seitlichen Schubfach untergebracht.

Chess Master diamond G-5004.500 (CM diamond)

Der ab 1987 produzierte Chess Master diamond G-5004.500 verfĂŒgt als Weiterentwicklung des Chess Master G-5003.500 ĂŒber einschiebbare Wechselkassetten mit zusĂ€tzlichen Wechselprogrammen wie z.B. dem Eröffnungs- und Endspielmodul (PM10 & PM11). Außerdem besitzt das 430 x 347 x 72 mm große GerĂ€t ein 4x16-Segment-LED-Display zur Spielstandanzeige und fĂŒr Bedienhinweise. Die Bedienelemente sind wie folgt belegt: „New Game“ – Spielbeginn, „Level“ – SpielstĂ€rke in acht Stufen, „Color“ – Farbwahl, „Board“ – Stellungskorrektur und Problemeingabe, „Selfplay“ – Chess Master spielt abwechselnd fĂŒr beide Seiten, „Referee“ – CM hat nur Kontrollfunktion, „Random“ – Zufallsgenerator in vier Stufen, „Hint“ – Zugvorschlag und „Halt“ – Ausgabe eines Sofortzuges durch den CM. Die Stromversorgung erfolgt ĂŒber ein externes 12 V-Netzteil des Typs G-5502.500. Alternativ kann es mit jedem beliebigen 9 – 13,5 V-Wechselspannungs- oder 10,5 – 14 V-Gleichspannungsnetzteil betrieben werden. Der Anschluss erfolgt ĂŒber einen ĂŒblichen Hohlstecker an der rechten GehĂ€useseite. Neben dem Netzteil gehörte das Eröffnungsmodul PM 10 G-5010.500 und der Figurensatz zum Lieferumfang des GerĂ€tes. Der abgebildete CM diamond wurde am 16.02.1989 produziert und trĂ€gt die Seriennummer 9140. Da in der DDR immer noch ehrlich mit der Seriennummer 0001 angefangen wurde, gehe ich davon aus, dass die GesamtstĂŒckzahl aller produzierten CM diamond bei ca. 10.000 GerĂ€ten lag (evtl. sogar inkl. CM G-5003.501). Der CM diamond wurde auch in Westdeutschland fĂŒr 589,- DM vertrieben.

PM 10 Opening G-5010.500 – Eröffnungsmodul fĂŒr den Chess Master diamond
PM 11 G-5011.500 – Einspielmodul fĂŒr den Chess Master diamond
AC-Adapter G-5502.500 – 230 V-Netzteil fĂŒr den Chess Master diamond

H a l b l e i t e r w e r k   F r a n k f u r t / O d e r   ( H F O)

⌚ Bildschirmspiel BSS 01

Das ab 1979 im VEB Halbleiterwerk Frankfurt/Oder (hfo) produzierte Bildschirmspiel BSS 01 war die einzige in der DDR produzierte Spielekonsole. Der Anschluss an den einen Fernseher oder Monitor erfolgt per Koaxkabel. Das in der DDR fĂŒr 550,- M vertriebene RFT TV-Spiel basiert technisch auf dem Schaltkreis AY-3-8500 von General Instruments und verfĂŒgt ĂŒber eine Auswahl aus den Spielen Tennis, Fußball, Squash und Pelota. Durch das sogenannte CoCom-Embargo war es der DDR und anderen RGW-LĂ€ndern nicht möglich, westliche Schaltkreis einfach zu importieren. Stattdessen wurden diese umstĂ€ndlich durch eigene Werke in Erfurt und Frankfurt/Oder nachgebaut. Nach Produktion von ca. 1.000 Konsolen wurde die Produktion mangels RentabilitĂ€t wieder eingestellt. Es gab aber auch spĂ€ter noch findige Bastler, die diese GerĂ€te nachbauten.

B ĂŒ r o m a s c h i n e n w e r k   S ö m m e r d a

đŸ–šïž robotron K 6319

Beschreibung folgt

PrÀsident Printer 6325 & PrÀsident Printer 6325 VC (robotron K 6319)

Der im VEB BĂŒromaschinenwerk „Ernst ThĂ€lmann“ Sömmerda produzierte robotron K 6319 wurde ĂŒber CONRAD electronic auch in Westdeutschland vertrieben. Im Katalog von 1990 heißt es zu den PRÄSIDENT-Matrixdruckern: „Komplett mit Walzen- und TraktorfĂŒhrung, Einzelblatt-EinfĂŒhrungsschacht. Druckgeschwindigkeit: 100 Zeichen/Sekunde (Normalschrift 1/10“), Zeichenraster 9 x 9, Zeichen pro Zeile: 80 (1/10“); 132 (1/17“), Schriftarten: Pica 1/10“; Elite 1/12“, Druckarten: Normalschrift, Komprimierte Schrift (1/17“), Breitschrift, Doppeldruck, automatisches Unterstreichen, Exponenten/Indices, Sperrschrift, Near-Letter-Quality. Schrift- und Druckarten sind miteinander kombinierbar. Hochauflösende Grafik: 480, 576, 640, 720, 960 und 1920 Punktdichte pro Zeile; Druck: bidirektionaler Druck mit logischer Druckwegoptimierung; Papiervorschub: 1/6“, 1/8“, 7/72“, n/72“, n/216“ (n = programmierbar).“. Zum PrĂ€sident Printer 6325, der mit der Bestell-Nr. 985830 fĂŒr 349,- DM angeboten wurde, heißt es: „IBM-Zeichensatz I und II, Schneider-Befehls- und Zeichensatz, ATARI ST-Zeichensatz, Amiga-Zeichensatz, 9 internationale ZeichensĂ€tze, Epson-Centronics inkl. Centronics Interface-Kassette und deutschem Handbuch“. Außerdem gab es mit der Bestell-Nr. 985821 noch den PrĂ€sident Printer 6325 VC fĂŒr ebenfalls 349,- DM: „100% Commodore-kompatibel, 64er und 128er, interne ZeichensĂ€tze, Epson-Commodore, Epson-Centronics, inkl. Commodore Interface-Kassette, Kabel, Stecker und deutschem Handbuch“. ZusĂ€tzlich waren fĂŒr je 99,- DM noch drei verschiedene PrĂ€sident UmrĂŒst-Interfaces erhĂ€ltlich. „Um den PrĂ€sident Printer 6325 auf ein anderes System umzurĂŒsten, mĂŒssen Sie nur die Interface-Kassette auswechseln. Commodore VC-Kassette, Centronics-Kassette oder V24/RS232C-Kassette“.

☎ D D R - T e l e f o n e

Bedingt durch die meist hoffnungslos veraltete Netztechnik, den geringen Bestand an TelefonanschlĂŒssen und einer wohl kaum erwĂ€hnenswerten Exportquote hinkte die Entwicklung von Telefonen in der DDR anderen Technikbereichen wohl immer etwas hinterher. Da die Vermittlungstechnik in der DDR noch zum Großteil aus HebdrehwĂ€hlern der 1930er Jahre bestand, wurde das Impulswahlverfahren (IWV) bis zur Wende unverĂ€ndert beibehalten. In Westdeutschland hingegen entwickelte man bereits Anfang der 1960er Jahre das Mehrfrequenzwahlverfahren (MFV), das ab 1976 auch von den ersten GerĂ€ten unterstĂŒtzt wurde. Beim Impulswahlverfahren erzeugt das EndgerĂ€t lediglich kurze Unterbrechungen in der Leitung, die dann wiederum den WĂ€hler in der Vermittlungsstelle steuern (ein Impuls fĂŒr die Ziffer 1 bis zehn Impulse fĂŒr die Ziffer 0). Beim Mehrfrequenzverfahren (international auch DTMF genannt) erzeugt das Telefon selbst Signale. Dieses Signal setzt sich aus je zwei miteinander vermischten Frequenzen innerhalb des Sprachfrequenzbereiches zusammen. Dieser Sprachbereich wurde ursprĂŒnglich fĂŒr die gesamte Telefonie auf 400 Hz bis 3,4 kHz beschrĂ€nkt, was manch hohe Stimme dann auch etwas verfĂ€lscht. So setzt sich z.B. die Ziffer 1 aus den Frequenzen 697 Hz und 1.209 Hz zusammen. Neben der schnelleren Wahlmöglichkeit gerade bei hohen Ziffern besteht der Vorteil in der unterbrechungsfreien Verbindung, wichtig, wenn z.B. bei Hotlines Nummern erfragt werden oder ein Anrufbeantworter ferngesteuert werden soll. Auch in der DDR gab es diverse Tastentelefone wie z.B. das alpha ferro quick oder Apart, bei denen das Signal aber umstĂ€ndlich vom GerĂ€t in ein Impulssignal umgewandelt wird. Da die Wahlimpulse vom Telefon nicht intern zwischengespeichert werden, mĂŒssen gerade die hohen Zahlen wie „9“ und „0“ etwas langsamer gewĂ€hlt werden (entsprechend der RĂŒcklaufzeiten einer WĂ€hlscheibe). Die DDR-Telefone waren ab den 1970er Jahren alle mit ADo5-Steckern ausgestattet, die etwas von der damaligen westdeutschen Variante abweichen. Die Belegung der Adern gestaltet sich wie folgt: weiß – a2, braun – b2, gelb – E und grĂŒn – W2. Eine UmrĂŒstung auf TAE-Stecker und Nutzung an AnaloganschlĂŒssen ist eigentlich immer problemlos möglich. Lediglich an IP-AnschlĂŒssen hĂ€ngt die Nutzbarkeit offensichtlich vom Router ab. Was man bei der zumeist hoffnungslos veralteten DDR-Telefon-Vermittlungstechnik jedoch kaum vermuten sollte: In den 1980er Jahren wurden in Ost-Berlin bereits ca. 300 km Glasfaserkabel (offiziell „Lichtwellenleiter fĂŒr die Puls-Modulations-Technik“) zwischen einzelnen Vermittlungsstellen und sogar zum Telefonanschluss verlegt. Noch 1990 folgten dann noch aus DDR-Planungen weitere 5.000 km „Plastlichtleiter“ (siehe auch „MessgerĂ€te > PrĂ€citronic OTS 10 & OTE 10/11“). Des Weiteren gab es ab 1987 den DDR-LAN-Standard ROLANET (Robotron Local Area Network) zur Verbindung von Rechnern per Koax- oder Glasfaserkabel. Der grĂ¶ĂŸte Hersteller von klassischenTelefonapparaten in der DDR war wohl der VEB Fernmeldewerk Nordhausen (Nordfern), die spĂ€tere Fernmeldetechnik GmbH Nordhausen (FMN), welche offensichtlich nach der Wende neben dem bekannten DDR-Apparat Apart noch die bundesdeutschen FeTAp 01 LX und WTel 01 LX in die Produktion aufnahm.

F e r n m e l d e w e r k   N o r d h a u s e n   ( N o r d f e r n )

W 38










W 38 Vorzimmerapparat

Der im VEB Fernmeldewerk Nordhausen produzierte W 38 Vorzimmerapparat war die erste Generation von Vorzimmertelefonen in der DDR. Das GerÀt auf Basis des W 38 besitzt statt der Erdtaste sechs Durchwahltasten und ein AnzeigelÀmpchen, die alle offensichtlich direkt auf den Eingang gelegt sind und nur von der Nebenstellanlage gesteuert werden können. Ein Betrieb direkt am klassischen Hauptanschluss ist jedoch nicht möglich.

W 38 Wandtelefon (?)











OB 53

Das OB 53 wurde mindestens von 1953 bis 1959 im VEB Fernmeldewerk Nordhausen produziert und kam als Streckentelefon in Stellwerken fĂŒr die Deutsche Reichsbahn der DDR zum Einsatz. Die Spannungsversorgung erfolgt ĂŒber einen integrierten Kurbelinduktor.





W 58










W 61










W 63a









Tischapparat fĂŒr Vorzimmeranlage 63

Der ab 1963 im VEB Fernmeldewerk Nordhausen produzierte Tischapparat fĂŒr Vorzimmeranlage 63 24V war die zweite Generation von Vorzimmertelefonen in der DDR. Das GerĂ€t auf Basis des W 63 besitzt statt der Erdtaste drei Durchwahltasten und ein AnzeigelĂ€mpchen, die alle offensichtlich direkt auf den Eingang gelegt sind und nur von der Nebenstellanlage gesteuert werden können. Ein Betrieb direkt am klassischen Hauptanschluss ist jedoch nicht möglich.



IFT W 63a









Variant N

Das ab ca. 1975 im VEB Fernmeldewerk Nordhausen ab ca. 1975 produzierte Variant N war wohl das meistproduzierte Tischtelefon der DDR. In dem GerĂ€t kam erstmals die neu entwickelte WĂ€hlscheibe NS74 (Nummernschalter 1974 ?) zum Einsatz und das GehĂ€use bestand nicht mehr – wie noch beim W63 – aus schwarzem Bakelit sondern aus konventionellem Plastik. Neben der hĂ€ufigsten AusfĂŒhrung in der Farbe grau gab es das GerĂ€t auch in einem blassen Rot (Bild), GrĂŒn oder Beige. Die ĂŒberschaubaren Funktionen entsprechen komplett dem VorgĂ€nger (Impulswahlverfahren, Erdtaste und mechanische Glocke). Als Anschlusseinheit kam nicht mehr der runde Walzenstecker sondern ein eckiger Ado5-Stecker zum Einsatz. Parallel zu diesem Telefon wurden im brandenburgischen Caputh noch der passende Vorzimmerapparat und ein PrĂŒfhandapparat produziert. Technische Fehlerquellen finden sich am Variant N aufgrund des einfachen Aufbaus kaum. Lediglich beim Lösen der transparenten WĂ€hlscheibe zum Reinigen oder Austauschen ist Vorsicht geboten, da sich beim Lösen der mittleren Schraube ohne Fixierung z.B. mit einem Schlitzschraubendreher sofort die Spannfeder löst. Die einzelnen Einheiten werden wie folgt mit der Hauptplatine verbunden (auf die meisten anderen DDR-Telefone ĂŒbertragbar): TAE-/ ADo5-Stecker: a2 – weiß, b2 – braun, E – gelb und W2 – grĂŒn; WĂ€hlscheibe NS74: NS1 – braun, NS2 – weiß und NS3 – grĂŒn; Hörer: MF – weiß, Fe – grĂŒn und Mi – braun oder rot; Erdtaste: ET1 – rot und ET3 – gelb.

Industriewandfernsprecher Typ IFW/W

Der mindestens bis 1986 produzierte Industriewandfernsprecher Typ IFW/W 2031.131-0002 aus dem VEB Fernmeldewerk Nordhausen entspricht technisch inklusive Hauptplatine, Hörer und WĂ€hlscheibe des Typs NS74 komplett dem zuvor beschriebenen Variant N. Die einzigen Unterschiede bestehen offensichtlich in der Einzel- statt Doppel-Glocke ohne LautstĂ€rkeregelung, in der abweichenden GabelaufhĂ€ngung und im etwas lĂ€ngeren isolierten NS74-Anschlusskabel. UrsprĂŒnglich wurde das GerĂ€t seit mindestens 1975 im VEB Apparatebau Caputh gebaut. Diese Variante unterscheidet sich jedoch trotz des identischen GehĂ€uses technisch etwas von NordhĂ€user GerĂ€t. Statt einer Hauptplatine besitzt es z.B. noch eine Löt- und Klemmleiste. Das GehĂ€use beider AusfĂŒhrungen besteht aus Hammerschlag-beschichtetem Metallguss mit Aluminium-RĂŒckwand. Zur Wandbefestigung kann das FrontgehĂ€use nach Lösen einer Schraube an der Oberseite heruntergeklappt werden.

alpha ferro

Das um 1985 im VEB Fernmeldewerk Nordhausen produzierte alpha ferro entspricht trotz der optischen Abweichung technisch weitestgehend dem VorgÀnger Variant N. So besitzt das GerÀt die gleiche Hauptplatine, den identischen Nummernschalter des Typs NS74 und das gleiche 2-Glocken-LÀutwerk.

Auch der gesamte Hörer mit GehĂ€use, Mikrofon und Hörkapsel wurde eins zu eins ĂŒbernommen. Lediglich das ApparategehĂ€use und der Erdtasten-Knopf weisen VerĂ€nderungen auf. Die GerĂ€te gab es mit rotem oder grĂŒnem GehĂ€use. Der Anschluss erfolgte ĂŒber den DDR-ĂŒblichen ADo5-Stecker. SpĂ€tere – optisch noch identische – alpha ferro erhielten ab 1985 eine etwas verĂ€nderte Hauptplatine und die weißen LĂ€utwerk-Abdeckungen an der Unterseite entfielen.

In der dritten Serie erhielt das alpha ferro bereits ein zweiteiliges HörergehĂ€use und die Apparateoberschale des nachfolgend beschriebenen alpha ferro quick. Technische Fehlerquellen finden sich am alpha ferro aufgrund des einfachen Aufbaus kaum. Lediglich beim Lösen der transparenten WĂ€hlscheibe zum Reinigen oder Austauschen ist Vorsicht geboten, da sich beim Lösen der mittleren Schraube ohne Fixierung z.B. mit einem Schlitzschraubendreher sofort die Spannfeder löst. Die einzelnen Einheiten werden wie folgt mit der Hauptplatine verbunden: TAE-/ ADo5-Stecker: a2 – weiß, b2 – braun, E – gelb und W2 – grĂŒn; WĂ€hlscheibe NS74: NS1 – braun, NS2 – weiß und NS3 – grĂŒn; Hörer: MF – weiß, Fe – grĂŒn und Mi – braun oder rot; Erdtaste: ET1 – rot und ET3 – gelb.

Interessant ist auch der Blick auf den Stromlaufplan des alpha ferro und einiger anderer RFT-Telefone. Hier wurde eine Verbindung vorgesehen, die die Tonaufnahme auch bei aufgelegtem Hörer ermöglichte, was Vermutungen nahelegen könnte, die in der DDR wohl nicht so abwegig waren. Ob das bescheidene Kohlemikrofon des Apparates allerdings fĂŒr verwertbare Aufnahmen beim „neugierigen Zuhörer“ sorgte, darf dann doch bezweifelt werden.

alpha ferro quick

Das alpha ferro quick wurde mindestens von 1988 bis 1990 im VEB Fernmeldewerk Nordhausen produziert. Technisch basiert es auf dem zuvor beschriebenen alpha ferro und hat auch dessen GehĂ€use, die Hauptplatine und den Hörer ĂŒbernommen. Die Besonderheit des quick stellt der erstmals eingesetzte Tastwahlblock dar. Dieser weist hierbei eine Besonderheit auf, die dem damaligen Fernmeldenetz-Ausbau der DDR geschuldet war: Da die Vermittlungstechnik noch grĂ¶ĂŸtenteils mit HebdrehwĂ€hlern aus den 1930er Jahren realisiert war, wird das durch den Tastwahlblock normalerweise erzeugte Mehrfrequenzsignal in ein Impulswahlsignal umgewandelt (IWV).

Die Signalerzeugung erfolgt ĂŒber einen Schaltkreis des Typs U713D. Da die Wahlimpulse vom Telefon nicht intern zwischengespeichert werden, mĂŒssen gerade die hohen Zahlen wie „9“ und „0“ etwas langsamer gewĂ€hlt werden (entsprechend der RĂŒcklaufzeit einer WĂ€hlscheibe). Neben dem Tastenblock mit den Ziffern 1 bis 9, 0, * und # stehen eine Erdtaste, der Gabelumschalter und eine mechanische KlingellautstĂ€rke-Einstellung an der Unterseite zur VerfĂŒgung. Der Anschluss erfolgt werkseitig zumeist mit dem DDR-typischen ADo5-Stecker, der sich völlig problemlos durch einen heute ĂŒblichen TAE-Stecker ersetzen lĂ€sst. 

Die einzelnen Einheiten werden wie folgt mit der Hauptplatine verbunden (auf die meisten anderen DDR-Telefone ĂŒbertragbar): TAE-/ADo5-Stecker: a2 – weiß, b2 – braun, E – gelb, W2 – grĂŒn und St – grau; Tastwahlblock: NS1 – weiß, NS2 – gelb, NS3 – braun und NS 6: grĂŒn; Hörer: MF – dunkelgrau, Fe – grĂŒn, Mi – hellgrau und b4 – weiß; Erdtaste: ET1 – gelb und Spg – rot. Die Belegung des Ado5-Steckers erfolgt von der Ober- zur Kabelseite wie folgt: a2 – weiß, St – grau, b2 – braun, W2 – grĂŒn und E – gelb. Das alpha ferro quick gab es mit rotem, orangefarbenem, grĂŒnem oder grauem GehĂ€use. Die letzten GerĂ€te – wie das abgebildete Telefon vom November 1990 – wurden bereits werkseitig mit TAE- statt Ado5-Stecker ausgestattet.

alpha-mikro



Beim alpha-mikro wurde das zuvor beschriebene alpha ferro quick offensichtlich nur mit dem robotron-Tischrechner MR 4110 kombiniert. Ob das GerÀt in Serie produziert wurde oder ob es sich nur um ein Versuchsmuster handelt, ist mir nicht bekannt.





Apart 2000

Das Apart 2000 wurde mit einem sehr kompakten GehĂ€use auf Basis des alpha ferro quick entwickelt. Optisch entspricht es dem nachfolgend beschriebenen Apart 2001, verfĂŒgt aber zusĂ€tzlich ĂŒber eine IWV/MFV-Umschaltmöglichkeit sowie eine Stummschalt- und Wahlwiederholungsfunktion.

Apart 2001 & Apart 2001 LX

Das Apart 2001 LX wurde um 1988 im VEB Fernmeldewerk Nordhausen produziert. Das GerĂ€t entspricht in der Ausstattung in etwa dem zuvor beschriebenen alpha ferro quick, dessen Tastwahlblock und Hörer-Oberschale auch ĂŒbernommen wurde. Der grĂ¶ĂŸte Unterschied besteht im deutlich kompakteren GehĂ€use, das es in den Farben rot oder grĂŒn gab. Die gesamte Hör-/Sprecheinheit wurde hierbei in den Hörer integriert, an dessen Unterseite sich ein LautstĂ€rkeregler befindet und der im Gegensatz zum quick ĂŒber ein zwei- statt vieradriges Spiralkabel mit der Haupteinheit verbunden ist. In die Basiseinheit wurde die Hauptplatine, der Tastwahlblock, der mechanische Gabelumschalter und die Erdtaste integriert. Den Tastwahlblock gab es quer oder lĂ€ngs angeordnet. An der Seite befindet sich ein LautstĂ€rkeregler fĂŒr den erstmal in DDR-Telefonen eingesetzten Piezo-Rufton-Lautsprecher. Auch hier gilt wie beim alpha ferro quick: Das Apart 2001 LX arbeitet trotz Tastwahlblock noch ausschließlich per Impulswahlverfahren (IWV). Da die Wahlimpulse vom Telefon nicht intern zwischengespeichert werden, mĂŒssen gerade die hohen Zahlen wie „9“ und „0“ etwas langsamer gewĂ€hlt werden (entsprechend der RĂŒcklaufzeiten einer WĂ€hlscheibe). Sollte zur eventuell notwendigen Reparatur des GerĂ€tes ein Öffnen der Haupteinheit notwendig sein, erfolgt dieses ĂŒber eine Schraube unterhalb der kapazitiven Erdtaste. Um diese zu erreichen, muss der kapazitive Schalter (mit „E“ und „RFT“ beschriftet) an der zum Tastwahlblock gewandten Seite vorsichtig, aber doch recht entschlossen gedrĂŒckt und anschließend zur GehĂ€usemitte geschoben werden. Das Öffnen des Hörers erfolgt ganz einfach ĂŒber zwei mit Gummikappen verdeckte Schrauben an der Unterseite. Parallel zum DDR-typischen Ado5-Stecker kann der Anschluss an das Telefonnetz auch ĂŒber die vier rĂŒckseitigen Kabelklemmen erfolgen. Die Belegung des Ado5-Steckers erfolgt von der Ober- zur Kabelseite gesehen wie folgt: a2 – weiß, St – grau, b2 – braun, W2 – grĂŒn und E – gelb. Dieser Stecker kann völlig unproblematisch durch einen TAE-Stecker ersetzt werden, der bei den letzten GerĂ€ten wohl auch schon werkseitig verbaut wurde. Das Apart 2001 entspricht dem Apart 2001 LX, verfĂŒgt aber ĂŒber eine Erd- statt #-Taste und eine zusĂ€tzlicher Anzeige-LED. Statt der kapazitiven Erdtaste besitzt es nur ein weißes Schild mit Abdeckscheibe.

Apart 2101

Beim Apart 2101 handelt es sich um die WandausfĂŒhrung des zuvor beschriebenen Tischtelefons Apart 2001 LX.

Apart 2201

Das Apart 2201 entspricht dem zuvor beschriebenen Apart 2001 LX, verfĂŒgt aber ĂŒber ein zusĂ€tzliche Wandkonsole mit regelbarer Lauthörfunktion.

Apart 2301

Beim Apart 2301 handelt es sich offensichtlich um die Nebenstellenvariante des zuvor beschriebenen Apart 2001. Das GerĂ€t besitzt einen Wahlblock, der lediglich aus den Tasten „*“ und „#“ besteht.




Apart 2510








RFT kompakt

Das RFT kompakt wurde von Helmut Glier entwickelt und im VEB Fernmeldewerk Nordhausen produziert. Hierbei gab es eine Tisch- und Wandvariante mit Hörerschale oder Tischklemme. Die gesamte Elektronik des Telefons befindet sich direkt im Hörer. Das GerĂ€t bietet neben dem integrierten Tastwahlblock eine Wahlspeicher, einen zusĂ€tzlichen optischen Ruf per LED, eine elektronische HörverstĂ€rkerregelung und eine Erdtaste. Beim Wahlspeicher handelt es sich hierbei offensichtlich nicht um ein Telefonbuch, sondern um einen reinen Wahlspeicher fĂŒr die gewĂ€hlten Nummern. Diese mĂŒssen somit nicht mehr extra langsam gewĂ€hlt werden mĂŒssen, wie es sonst bei der noch ĂŒblichen Impulswahl nötig wĂ€re (siehe alpha ferro quick). Der Anschluss dĂŒrfte ĂŒber den DDR-typischen ADo5-Stecker erfolgen.

Telekom FeTAp 01 LX

Der VEB Fernmeldewerk Nordhausen (Nordfern) firmierte nach der Wende in die Fernmeldetechnik GmbH Nordhausen (FMN) um und prodzierte neben dem bekannten DDR-Apparat Apart noch die bundesdeutschen FeTAp 01 LX und WTel 01 LX (Bild: FeAp 881-2 mit GbAnz; wie FeTAp 01 LX ohne Komforttasten, aber mit zusĂ€tzlicher LCD-GebĂŒhrenanzeige und Sperrschloss).

Ausschnitt aus dem Ost-Berliner Telefonbuch von 1989 mit Benutzungshinweisen fĂŒr öffentliche Fernsprecher und dem obersten Gebot "FASSE DICH KURZ".

A p p a r a t e b a u    C a p u t h

Variant Vorzimmerapparat

Der ab Mitte der 1970er Jahre im VEB Apparatebau Caputh produzierte Variant Vorzimmerapparat war das dritte und wohl meistproduzierte Vorzimmertelefon der DDR. In dem GerĂ€t auf Basis des Variant N kam erstmals die neu entwickelte WĂ€hlscheibe NS74 (Nummernschalter 1974) zum Einsatz und das GehĂ€use bestand nicht mehr – wie noch beim VorgĂ€nger auf W 63-Basis – aus schwarzem Bakelit, sondern aus konventionellem Plastik. Das Telefon besitzt statt einer Erdtaste sechs Durchwahltasten und zwei AnzeigelĂ€mpchen, die offensichtlich direkt auf den Eingang gelegt sind und nur von der Nebenstellanlage gesteuert werden können. Ein Betrieb direkt am klassischen Hauptanschluss ist jedoch nicht möglich.

Industriewandfernsprecher Typ IFW/W

siehe oben unter "Fernmeldewerk Nordhausen"

RFT PrĂŒfhandapparat

Parallel zu den klassischen Tischfernsprechern aus Nordhausen wurden im VEB Apparatebau Caputh PrĂŒfhandapparate fĂŒr die Fernmeldemontage produziert. Diese ermöglichten das PrĂŒfen von TelefonanschlĂŒssen am HVt (Hauptverteiler in der Vermittlungsstelle) und am KVz (Knotenverzweiger auf der Straße). Parallel waren die Vermittlungsstellen mit stationĂ€ren PrĂŒfschrĂ€nken ausgestattet, die zusĂ€tzlich ĂŒber die ohnehin verfĂŒgbare Netzspannung von 60V versorgt wurden. Bei den mobilen PrĂŒfhörern gab es meines Wissens lediglich zwei verschiedene Typen ohne erkennbare Bezeichnungen. Der Erste basiert offensichtlich auf dem W 38, der Zweite eindeutig auf dem Variant. Hierbei wurden jeweils der komplette Hörer und die WĂ€hlscheibe des Tischtelefons ĂŒbernommen. Beim ersten Typ mit entsprechend angepasstem HörergehĂ€use befindet sich die WĂ€hlscheibe mittig zwischen Hörkapsel und Mikrofon. Bei der zweiten (abgebildeten) Version wurde der Standardhörer des Variant einfach mit drei Bohrungen (fĂŒr die Befestigungsschrauben und KabeldurchfĂŒhrung) ĂŒber der Hörmuschel versehen und hierauf ein rundes GusseisengehĂ€use mit der ĂŒblichen Variant-WĂ€hlscheibe des Typs NS 74 und zwei Schiebschaltern geschraubt. Am Hörer befindet sich des Weiteren statt des Spiralkabels ein konventionelles, dreiadriges-230V-Kabel, dessen braune, blaue und grĂŒn/gelbe Ader mit jeweils einem gelben, roten und grĂŒnen Bananenstecker fĂŒr die AnschlĂŒsse „La“, „Lb“ und „E“ versehen wurde. Mit den Schiebeschaltern „S I“ und „S II“ kann aufgelegt und abgehoben werden, wobei beiden vermutlich verschiedene PrĂŒfwiderstĂ€nde nachgeschaltet sind. Die PrĂŒfhandapparate aus Caputh waren nur fĂŒr Impulswahl (IWV) ausgelegt, da das Telefonnetz der DDR noch ausschließlich in Impulswahl arbeitete und der Export bei Telefonen keine große Rolle spielte.

Telekom PrTel 96 (elmeg aurora Plus Combo)

Auch wenn das Telekom PrTel 96 weder im Apparatebau Caputh produziert wurde, noch bei der Deutschen Post (DDR) im Einsatz war, soll es schon aus meiner eigenen Erinnerung heraus nicht unerwĂ€hnt bleiben. Zu meiner Lehrzeit als Kommunikationselektroniker bei der Telekom Mitte der 1990er Jahre kamen die ersten GerĂ€te dieser Bauart gerade erst in Umlauf. Sie ergĂ€nzten die nach der Wende in großen StĂŒckzahlen eingefĂŒhrten (gelben) PrHAp 90. Das ab 1996 bei elmeg in Peine produzierte und auch als elmeg aurora Plus Combo vertriebene GerĂ€t diente zur PrĂŒfung der zu dieser Zeit sehr modernen ISDN-AnschlĂŒsse, ergĂ€nzt ggf. noch um den Internet-VorlĂ€ufer BTX mit bis zu 64 kbit/s. Die Messung kann direkt am zweiadrigen Hauptanschluss (UK0) oder hinter dem NTBA am vieradrigen S0-Bus erfolgen. Neben den ab 1990 eingefĂŒhrten ISDN-AnschlĂŒssen können aber auch Anlagen- und AnaloganschlĂŒsse geprĂŒft werden. Das PrTel 96 unterstĂŒtzt das Mehrfrequenz- und Impulswahlverfahren (MFV & IWV), besitzt eine Rufnummernanzeige, Rufsignalisierung (Selbstanruf), digitale Schleifenbildung, Anklopfen, RĂŒckfrage, Dreierkonferenz, Wahlwiederholung sowie erweiterte Wahlwiederholung, zehn Kurzwahlziele und einen Flashspeicher fĂŒr programmierte Daten bei Netztrennung. Die Spannungsversorgung erfolgt ĂŒber drei  fest installierten NiMH-Akkuzellen, die sich ĂŒber ein mitgeliefertes LadegerĂ€t auch wĂ€hrend des Testbetriebes laden lassen. Das PrTel 96 wurde ab 1999 durch das PrĂŒfTel 2000 abgelöst, bevor elmeg in verschiedenen Firmierungen aufging und sich aus dem Bereich PrĂŒftelefone komplett zurĂŒckzog. Im selben Jahr erhielten die PrTel 96 auch noch einmal eine Software-Aktualisierung auf die Version 6.0. Hiermit konnte der GebĂŒhrenzĂ€hler skurrilerweise neben D-Mark auch „ECU“ anzeigen. Die offizielle Entscheidung fĂŒr den Euro als gemeinsame europĂ€ische WĂ€hrung lief 1999 ja noch, sodass man in der Software erst einmal die inoffizielle WĂ€hrungsbezeichnung der Zentralbank „ECU“ ĂŒbernahm.

Der VorgĂ€nger PrTel 93i wurde neben der Auslieferung an die Telekom auch ĂŒber die ELV GmbH aus Leer vertrieben. Im ELV Hauptkatalog 1995 heißt es zu dem GerĂ€t, das fĂŒr 1.595,- DM angeboten wurde: „Der PrĂŒfhandapparat PrTel 93i ist ein digitales ISDN-PrĂŒfgerĂ€t fĂŒr die Installation von ISDN-NetzabschlĂŒssen, -Netzwerken und TK-Anlagen. Anwender finden sich ĂŒberall dort, wo Service- und Installationsleistungen erbracht werden. Fernmeldeaufbaufirmen, Telekom, PTT, Eigenwarter (z.B. die DB) und Serviceunternehmen setzen dieses sehr einfache und handliche PrĂŒfgerĂ€t in ihrem Arbeitsumfeld ein. Da das Konzept bewusst batterielos gehalten wurde, ergeben sich fĂŒr die Anwender eine hohe Betriebssicherheit ohne FunktionsausfĂ€lle, keinerlei Betriebskosten und keine Entsorgungsprobleme. Da der PrTel 93i die verschiedensten PrĂŒfapplikationen im 1TR6 und E-DSS1-Protokoll in Punkt-zu-Punkt und Punkt-zu-Mehrpunkt-S0-AnschlĂŒssen sowie den UK0-Betrieb beherrscht, ist ein ReferenzgerĂ€t entstanden, das eine konkrete und schnelle Hilfe bei der Störungs- und Schadenseingrenzung im Bereich Telekom-/Privat-Netz ermöglicht. Leistungsmerkmale: PrĂŒfung in den OSI-Schichten 1, 2 und 3; analoge PrĂŒffunktionen; batterieloses Schaltungskonzept; S0- und UK0-Betrieb (Telefonfunktion), zunĂ€chst in Verbindung mit Übertragungscode 4B3T); MenĂŒfĂŒhrung ĂŒber Display; ergonomisches GehĂ€use fĂŒr Einhandbetrieb; servicefreundliches Anschlusssystem; E-DSS1 und nationale Protokollvarianten; PrĂŒf- und Telefonfunktionen im Punkt-zu-Punkt- und Punkt-zu-Mehrpunkt-Betrieb; Kurzwahl; Wahlwiederholung; Anzeige der Rufnummer; Einstellung von GerĂ€teparametern; Statusabfrage (1TR6, z.B. GebĂŒhrenanzeige eingerichtet); EAZ/MSN; Dienste-Kennung; Protokoll; Anschlusskonfiguration; Selbsttest ĂŒber Display“.

Telekom Codesender 1 & Telekom TipSend 1

Der ab 1992 produzierte Telekom Codesender (Bild rechts) ermöglicht das Erzeugen von Mehrfrequenztönen, die ĂŒber den rĂŒckseitigen Kleinlautsprecher wiedergegeben werden. So konnten z.B. ĂŒber eine WĂ€hlscheibentelefon Anrufbeantworter ferngesteuert oder AnschlĂŒsse geprĂŒft werden. Die Spannungsversorgung erfolgt ĂŒber zwei R3-Batterien. Der um 1994 produzierte Telekom TipSend (Bild links) ermöglicht das Übermitteln von deutlich umfangreicheren alphanumerische Codes nach demselben Prinzip. Er unterstĂŒtzt die dezentrale Anrufweiterschaltung direkt in der Vermittlungsstelle (GEDAN Fernprogrammierung, mittlerweile abgeschaltet), MFV-Tonwahl (DTMF), Cityruf (Numerik), Direkt-Tonwahl (D-MFV), Cept Code T/SF (TextSF), Cept Code T/CS (TextCS) und den Cityruf fĂŒrÂŽs Telekom-DELEGATIC-Telefon (TextCD). Die Eingabe erfolgt ĂŒber ein alphanumerisches Tastenfeld mit 6x6 Tasten, die Anzeige ĂŒber ein zweizeiliges LCD-Display und die Stromversorgung ĂŒber einen 9V-Block. SpĂ€ter wurde die GerĂ€te durch den Codesender 2 bzw. TipSend 2 abgelöst.

S t e r n - R a d i o   R o c h l i t z

Lautfernsprecher LF 700

Bild & Beschreibung folgen

E l e k t r o p r o j e k t -   &   A n l a g e n b a u   B e r l i n

Comotron TC 600

Der Comotron TC 600 wurde als erster Anrufbeantworter der DDR produziert und fĂŒr stolze 1.250,- M vertrieben.

D i p l . – I n g .   H o r s t   H e i  n z e l   W e r d e r   ( H a v e l )

Anrufbeantworter TAB 2

Der TAB 2 wurde als zweiter Anrufbeantworter der DDR produziert. In dem GerĂ€t kamen – wie schon im Kassettenrecorder skr 700 – zwei einmotorige, motorgestĂŒtzte Laufwerke des Typs MU300 zum Einsatz. Beim hinteren Deck handelt es sich offensichtlich um das Aufnahme/Wiedergabe-Deck fĂŒr die Textansage mit den Tasten “Text 1 & 2” und “Zeit 60 & 180 sec” sowie den LEDs “Netz” und “Störung”. Das vordere Deck mit den Tasten “Signal” und “Mikrofon” sowie den LEDs “Bereitschaft” und ”Aufnahme Anruf” dient offensichtlich zur Aufnahme und Wiedergabe der eingehenden Anrufe. Auch das Mikrofon und der Lautsprecher sowie dessen Abdeckung entspricht offensichtlich dem skr 700. Drehknöpfabdeckungen, Poti und Mikro-Drehschalter fĂŒr die Signalauswahl und LautstĂ€rke stammen anscheinend vom skr 550. Da der TAB 2 in reiner Handarbeit gebaut wurden und die Bauteilebeschaffung aufwendig war, sind nicht mehr viele GerĂ€te in den Vertrieb gekommen.

F e r n m e l d e w e r k   L e i p z i g

FF 53 & FF 53a

Der Feldfernsprecher FF 53 wurde ab 1953 im VEB Fernmeldewerk Leipzig produziert und basiert technisch noch auf dem FF 33 von Siemens & Halske. Das 170 x 290 x 110 mm große und knapp 6 kg schwere GerĂ€t wurde bis zur EinfĂŒhrung des FF 63 als Standard-Feldtelefon bei der Nationalen Volksarmee (NVA) eingesetzt. Es entspricht technisch noch weitestgehend dem WehrmachtvorgĂ€nger, da derartige GerĂ€te ĂŒber alle Systeme hinaus genormt und untereinander kompatibel sein mussten. Zur Ausstattung gehören neben dem ĂŒblichen Kurbelinduktor und dem abnehmbaren Handapparat, ein Schalter zur Apparate- und LeitungsprĂŒfung, ein weiterer Schalter fĂŒr die Reichweitenerhöhung sowie eine zweipolige Buchse fĂŒr einen Mithörer. Diese zusĂ€tzliche Hörmuschel konnte im GehĂ€usedeckel fest untergebracht werden. FĂŒr das Kabel des Mithörers existiert ein separates Fach. Ebenfalls im Deckel ist eine Vermittlungsschnur untergebracht und es findet sich hier der Stromlaufplan des GerĂ€tes. In die gusseiserne Hörerauflage sind neben den beiden erwĂ€hnten Kippschaltern die ĂŒblichen AnschlĂŒsse der Feldleitung (La & Lb/E) und das Batteriefach fĂŒr zwei 1,5V-Monozellen eingebaut. Über zwei rot gerahmte Schlitzschrauben kann das gesamte Chassis einfach nach oben entnommen werden. An der Außenseite finden sich die Kurbelaufnahme des Induktors, ein weiterer Feldleitungsanschluss, die Tragegurtösen und eine gummierte KabeldurchfĂŒhrung fĂŒr die Hörerschnur bei Betrieb mit geschlossenem GehĂ€use. Das FF 53 wurde spĂ€ter etwas modifiziert als FF 53a (Bild) gebaut und ab 1960 wechselte die Produktion des FF 53a dann aus Leipzig in den VEB Fernmeldewerk Nordhausen (Nordfern). Dem FF 53a fehlen gegenĂŒber dem FF 53 die Reichweitenerhöhung durch Umschaltung der beiden Monozellen von Reihen- auf Parallelbetrieb. DafĂŒr verfĂŒgt die Sprechtaste des schon aus dem PrĂŒfschrank 50 bekannten Handhörers ĂŒber einen weiteren Kontakt zum Umschalten des Sende-/Empfangsrelais in der Funkstelle. Von außen unterscheiden sich der FF 53a vom FF 53 durch den zusĂ€tzlichen roten Streifen auf dem weißen Schild. Welche Bedeutung der teilweise vorhandene grĂŒne Streifen hat, ist mir nicht bekannt (FF 63a gibt es z.B. mit GrĂŒn/Rot und nur Rot).

F u n k w e r k   K ö l l e d a

FF 63, FF 63 M & FF 63 S

Der Feldfernsprecher FF 63 wurde als Nachfolger des FF 53a im VEB Funkwerk Kölleda produziert. Die Grundfunktionen des ansonsten komplett ĂŒberarbeiteten GerĂ€tes haben sich hierbei kaum verĂ€ndert. Das Feldtelefon ist mit 120 x 270 x 130 mm und gut 4 kg jedoch etwas kleiner und leichter geworden als der VorgĂ€nger. Es verfĂŒgt ĂŒber drei spezielle AnschlĂŒsse fĂŒr Handapparate und Mithörer, eine Drucktaste zum PrĂŒfen des Apparates und eine nun fest installierte Klappkurbel fĂŒr den Induktor. Der Handapparat ist mit einer Spiralschnur und zwei Tasten versehen (Sprechtaste & Umschalter fĂŒr Sende-/Empfangsrelais in der Funkstelle?). Die Spannungsversorgung fĂŒr die Sprachverbindung erfolgt ĂŒber einen 6V/1Ah-Akku, die des LĂ€utwerks – wie ĂŒblich – durch den Kurbelinduktor. Das GerĂ€t ist jetzt auch innen spritzwassergeschĂŒtzt. Auf der Außenabdeckung findet sich neben dem ĂŒblichen Schild mit dem Buchstabieralphabet noch ein weiteres Schild mit der Aufschrift „Handapparat auflegen sonst Abhörgefahr“, außerdem vier Mulden zum Auflegen von zwei Hörern. Beim spĂ€ter produzierten FF 63 M wurde der SĂ€ulengleichrichter durch einen Halbleitergleichrichter ersetzt und im FF 63 S entfielen die Germaniumtransistoren des MikrofonverstĂ€rkers zugunsten von Siliziumtransistoren. Die Feldfernsprecher FF 63 M und FF 63 S können noch um das AmtsanschlussgerĂ€t AS 60 erweitert und somit direkt an der Amtsleitung betrieben werden. Auf dem GehĂ€use sind hierfĂŒr auch schon entsprechende Befestigungsösen montiert. Das FF 63 S wurde bis zur Wende fĂŒr die NVA gebaut und hier als Standard-Feldfernsprecher eingesetzt.

Feldtelefone  Tesla TP-25 und Terta A 41M unter tschechische und ungarische GerÀte

Datums- und Zeitanzeige DZA 86

Die Datums- und Zeitanzeige DZA 86 wurde um 1987 im VEB Funkwerk Kölleda produziert und ermöglicht die Uhrzeitanzeige fĂŒr zwei Zeitzonen. Die Beschriftung des 300 x 120 x 160 mm großen und 4,1 kg schweren GerĂ€tes erfolgte mit Moskauer Zeit (MOZ) und MitteleuropĂ€ischer Zeit (MEZ). Es wurden zwei der gĂ€ngigen ruhla Quarzwecker verbaut, bei denen einmal der Weckzeiger und einmal der Weck- und Sekundenzeiger fehlen. Zur Weckzeiteingabe existiert eine 4-fach-7-Segment-LED-Anzeige fĂŒr zwei Termine zwischen einer Minute und 59 Stunden 59 Minuten (T1 und T2). Die Spannungsversorgung kann wahlweise aus dem 230V-Netz oder ĂŒber eine separate 60V-Batterie erfolgen.

HörschleifenverstÀrker HSV 1

Der HörschleifenverstĂ€rker HSV 1 wurde Ende der 1980er Jahre bis mindestens 1990 im VEB Funkwerk Kölleda gefertigt. Mit dem GerĂ€t kann das ĂŒber den Dioden- oder Lautsprechereingang eingespeiste NF-Signal fĂŒr eine extern angeschlossene Induktionsschleife verstĂ€rkt werden. Die angeschlossene Induktionsschleife ĂŒbertrĂ€gt das NF-Signal wiederum an ein entsprechendes HörgerĂ€t im nĂ€heren Umkreis. Die Spannungsversorgung des GerĂ€tes erfolgt ĂŒber das 230V-Netz. Als IC-VerstĂ€rker wurde der hĂ€ufig verwendete A211D verbaut.

C .   L o r e n z   A G   L e i p z i g

Elektronische Morstetaste EMT 567

Die Elektronische Morsetaste EMT 567 ermöglicht das elektronische Erzeugen von Strich- und Punkt-Morsesignalen im Funkbereich. Das EMT 567 wurde mindestens seit 1968 bei der C. Lorenz AG in Leipzig produziert. FrĂŒhe GerĂ€te sind rĂŒckseitig mit „C. Lorenz AG Werk Leipzig in Verwaltung“ beschriftet, spĂ€ter hieß es hier nur noch „Deutsche Post / RFZ Berlin“ (Rundfunk- und Fernsehtechnisches Zentralamt Berlin-Adlershof). Ich vermute hier eine durchgehende Produktion im VEB Feinmechanik Mittweida, Werk Leipzig. Die Tastgeschwindigkeit lĂ€sst sich von 30 – 200 BpM stufenlos einstellen. Außerdem besitzt das 135 x 150 x 175 mm große GerĂ€t an der Front den eigentlichen Strich/Punkt-Morsehebel (Single-Paddle) sowie einen stufenlosen Regler fĂŒr die Relaisspannung. Diese lĂ€sst sich bei höherer Taktzahl anheben, um ein schnellere Kontaktbewegung im Relais zu ermöglichen, was bei niedriger Taktzahl wiederum das Relais zu stark belastet. An der GehĂ€userĂŒckseite befindet sich einen 4kΩ-Kopfhöreranschluss mit vorgeschaltetem Tongenerator und der eigentliche Relaisausgang mittels zweier Bananenbuchsen (alternativ alter UKW-Antennenstecker). Die Spannungsversorgung des 2,5 kg schweren GerĂ€tes erfolgt aus dem 230V-Netz. Was am EMT 567 sofort positiv auffĂ€llt, ist der sehr reparaturfreundliche Aufbau. Die drei senkrecht angeordneten Platinen der einzelnen Baugruppen sind ĂŒber einfache Kontaktleisten miteinander verbunden und können so sehr einfach entnommen werden. Auch das Relais an der Unterseite lĂ€sst sich einfach ausbauen. Das bei diesem GerĂ€t verwendete StahlblechgehĂ€use kam spĂ€ter mit Griff und AufstellfĂŒĂŸen auch bei vielen anderen DDR-MessgerĂ€ten wie z.B. den PRÄCITRONIC Sinusgeneratoren oder dem EO 174 A zum Einsatz. Das abgebildete GerĂ€t stammt – wie fast alle meine GerĂ€te – vom Flohmarkt. Leider hat hier ursprĂŒnglich jemand mal eine komplette Entwertung vorgenommen: Kopfhörer- und Netzkabel abgeschnitten, Sicherungsdeckel entfernt und Morsehebel abgebrochen. Mittlerweile habe ich alles wieder original ersetzt, nur fĂŒr den Morsehebel suche ich noch Originalersatz aus grauem Plastik.

F u n k w e r k   K ö l l e d a

⏱ Laborschaltuhr exakt

Die Laborschaltuhr exakt wurde um 1984 im VEB Funkwerk Kölleda produziert. Das GerĂ€t ermöglicht das Zu- und Abschalten der 230V-Netzspannung in einem Zeitintervall von 0,1 Sekunden bis 8,1 Minuten. Das Intervall kann ĂŒber einen Drehschalter zwischen 0,1 sec, 1 sec, 10 sec sowie 1 min grob vorgewĂ€hlt werden und ĂŒber einen zweiten Drehschalter zwischen den Multiplikatoren 1; 1,2; 1,5; 1,8; 2,2; 2,6; 3,2; 3,8; 4,6; 5,6; 6,7 sowie 8,1 fein eingestellt werden. Die Ziffern des Multiplikator-Reglers sind hierbei hintergrundbeleuchtet. Ansonsten verfĂŒgt die Schaltuhr ĂŒber eine Start-, Stop- und Lichttaste sowie ĂŒber einen LED zur Anzeige des Schaltvorgangs. Die Maximallast betrĂ€gt 1.000 Watt. Der Anschluss erfolgt ĂŒber ein fest installiertes Schukokabel. Der Ausgang wird ĂŒber eine rĂŒckseitige Schuko-Steckdose bereitgestellt. Die Spannungsversorgung fĂŒr die Schaltuhr erfolgt ebenfalls ĂŒber den 230V-Eingang.

U h r e n w e r k   G l a s h ĂŒ t t e

⏱ Programmzeitschalter HSG 2000

Der Programmzeitschalter HSG 2000 wurde um 1982 im Betriebsteil FV Frauenstein des VEB Uhrenwerkes GlashĂŒtte produziert. Mit dem GerĂ€t lassen sich Betriebszeit von 15 Minuten bis sechs Stunden fĂŒr maximal zwölf Stunden vor einstellen und Verbraucher bis maximal 10 A schalten. Das Festlegen der Vorwahlstunden erfolgt durch Rechtsdrehen des kleinen Knopfes mit schwarzem Zeiger, das Einstellen der Betriebszeit durch den großen Regler mit rotem Zeiger. WĂ€hrend der Vorwahlzeit leuchtet die gelbe Kontrolllampe, die Betriebszeit wird zusĂ€tzlich ĂŒber die rote Lampe angezeigt. Die rote Lampe erlischt anschließend wieder, die Gelbe erst nach Start/Stopp-Durchlauf von 12 Stunden oder manuellem Stopp. Der Antrieb der Mechanik erfolgt ĂŒber einen Synchron-Kleinstmotor, der ankommende und abgehende Anschluss an das Netz ĂŒber je einen Schutzkontaktstecker und eine Schuko-Kupplung.

A m m e n d o r f e r   P  l a s t w a r e n   B T   R o ß l e b e n

scona variantÂź & Kassettenboxen

In der DDR wurden in den 1980er-Jahren zur Aufbewahrung von Musikkassetten die typischen Kassettenkarussells des Typs scona variantÂź angeboten und vermutlich – wie die gleichnamigen Badelatschen – im VEB Ammendorfer Plastwaren Betriebsteil Roßleben produziert. In den drehbaren Plastikkarussells lassen auf vier Seiten insgesamt 20 Kassetten mit HĂŒllen unterbringen. Die Karussells gab es mit schwarzem oder weißen Ober-/Unterteil sowie mit rotem, gelbem, grĂŒnem, weißem oder orangefarbenem Mittelteil. Des Weiteren waren Kunstledertaschen fĂŒr zehn bzw. zwölf Musikkassetten erhĂ€ltlich, deren Hersteller mir nicht bekannt ist. Die 10-MC-AusfĂŒhrung besitzt hierbei einen Tragegriff, der der etwas breiteren 12-MC-AusfĂŒhrung fehlt. Auch hier gab es wieder die verschiedensten Farbvarianten, wobei die schwarzen 12-er-Boxen mit rotem Samtbezug wohl am hĂ€ufigsten vertrieben wurden.

đŸ“· Z e i s s   I k o n   D r e s d e n

Pentona

đŸ“· P e n t a c on   D r e s d e n

Pentacon Electra









Pentacon K 16









Pentacon Praktica Super TL 1000









Pentacon DB 1 & DB 1 N

Der Diabetrachter DB 1 wurde Ende der 1970er bis in den 1980er Jahren bei PENTACON in Dresden produziert. Das GerĂ€t ermöglicht die Betrachtung von Fotos in Diarahmen mit Hintergrundbeleuchtung. Es lassen sich an der Oberseite ca. zehn Dias einlegen, die durch einen seitlichen Hebel vor die Linse bewegt werden und nach zweiter BetĂ€tigung in einem Fach an der Unterseite gesammelt werden. Die Spannungsversorgung erfolgt ĂŒber zwei R20-Mono-Batterien, die an der GehĂ€userĂŒckseite eingesetzt werden können. Parallel zum DB 1 gab es noch den Pentacon DB 1 N (Dia-Betrachter 1 mit Netzanschluss). Dieser ist mit einer matten E14-15VA-Lampe des Typs Narva A220V ausgestattet, die direkt (ohne Schalter) am 230V-Netz anliegt.

đŸ“· C e r t o   K a m e r a w e r k   D r e s d e n

Certo Certina

đŸ“· P o u v a   F r e i t a l

Pouva Start

Von der durch Karl Pouva entwickelten 6x6-Kamera Pouva Start wurde von 1951 bis 1971 1.73 Mio. StĂŒck produziert und in der DDR fĂŒr 16,50 M vertrieben. Nach Produktionseinstellung verkaufte Karl Pouva 1972 seine Firmenanteile, ging am 30. April 1973 in Rente und verstarb 1989. Die Firma wurde ab 24. April 1972 als VEB Fototechnik Freital gefĂŒhrt und 1973 dem VEB Kamerawerk als Betriebsteil zugeordnet.

đŸ“· K a m e r a f a  b r i k   F r e i b e r g   ( W o l d e m a r   B e i e r )

beirette vsn










beroquick KB 135









beirette 35

đŸ“· E l g a w a   P l a u e n

Elgawa N 128

BlitzgerÀt

G r u b e n l a m p e n w e r k   Z w i c k a u   ( G L Z )

ZW 59

Die ZW 59 aus dem VEB Grubenlampenwerk Zwickau (GLZ, spĂ€ter AKA electric) wurde bereits seit Anfang der 1960er als Mehrzwecklampe bei der Nationalen Volksarmee (NVA) eingesetzt. Sie diente laut offizieller Beschreibung als "Handleuchte zur Signalgabe; zum Beleuchten des Arbeitsplatzes; als Leselupe; Nachtfestlegepunkt bei Arbeiten mit optischen Richtmitteln, Mess- und AufklĂ€rungsgerĂ€ten sowie als Scheinwerfer zur AufklĂ€rung mit Hilfe des Aufsteckreflektors ZWR-61". Die Lampe verfĂŒgt ĂŒber jeweils einen rot, grĂŒn und blau gefĂ€rbten Filter sowie eine kreuzförmige Blende, die ĂŒber seitliche Zahnscheiben eingedreht werden können. Mit Hilfe eines fĂŒnften Reglers lĂ€sst sich auch die GlĂŒhbirne versenken. Wird zusĂ€tzlich das hintere Reflektorblech heruntergeschoben, ist die Leselupe komplett freigelegt und kann verwendet werden. Der seitliche Lampenschalter lĂ€sst sich als Taster nutzen oder kann zum Dauerbetrieb eingerastet werden. Auf dem GehĂ€use findet sich neben dem Aufdruck "Eigentum NVA" noch der Hinweis "Beim Dunkelbrennen abschalten". Die Stromversorgung erfolgt ĂŒber einen Akku des Typs EST 62 mit zwei Batteriezellen (insgesamt 2,5 V / 1 Ah), der auch bei anderen NVA-GerĂ€ten zum Einsatz kam. Dieser lĂ€sst sich mit den nachfolgend beschriebenen LadegerĂ€ten ZWL-1/59 oder ZWL-4/59 laden. Der Akku ist eigentlich auch schon die einzige Schwachstelle der Lampe, wenn man das nach so vielen Jahren ĂŒberhaupt als Schwachstelle ansehen kann. Der Akku meines GerĂ€tes von 1963 ist zwischenzeitig ausgelaufen, wobei sich das Batteriefach trotzdem rĂŒckstandsfrei reinigen ließ. Man könnte den Trockenakku wohl problemlos durch einen Batteriehalter mit zwei R6- oder R14-Akkus ersetzen. Ich habe die beiden Akkuzellen nach grĂŒndlicher Reinigung lieber eingetĂŒtet und abgelötet wieder eingesetzt, um alles komplett original zu halten und das Batteriefach trotzdem vor Auslaufspuren zu schĂŒtzen.

E l e k t r o a p p a r a t e b a u   B a n n e w i t z

ZWL-1/59

Das ZWL-1/59 aus dem VEB Elektroapparatebau Bannewitz dient zur Ladung des NVA-Standard-Akkus EST 62 (Typ 0908.1), wie er z.B. in der ZW 59 zum Einsatz kam. Alternativ kann auch die komplette Mehrzweckleuchte eingesetzt werden. Die Spannungsversorgung erfolgt wahlweise ĂŒber das 230 V-Stromnetz oder das 12 V-Fahrzeug-Bordnetz. Ein Wechsel auf 110 / 120 V Netzspannung ist durch einfaches Umlöten ebenfalls möglich. Die Lade-Ausgangsspannung betrĂ€gt 2,5 V, die Ladezeit eines EST 62 laut Beschriftung 12 Stunden.

ZWL-4/59

Das ZWL-4/59 ermöglicht die Ladung von vier Akkus des Typs EST 62 bzw. von vier kompletten Mehrzweckleuchten ZW 59. Die Ladeeinheit wurde in einem verschließbaren Koffer aus olivgrĂŒnem Miramid verbaut. Das erste Highlight des GerĂ€tes steigt dem Nutzer schon beim Öffnen dieses Koffers in die Nase. Zumindest kann mein GerĂ€t von 1978 seine Herkunft mit dem typischen – aber selten so deutlichen – "DDR-Plaste-Duft" nicht leugnen. Im Inneren finden sich vier Ladeschalen, in die entweder der Akku EST 62 eingelegt werden kann oder die komplette Leuchte ZW 59. Neben diesen Schalen findet sich ein 230 V-Netzkabel und ein 12 V-Bordnetzkabel, außerdem vier Tasten mit einem zugehörigen LĂ€mpchen zur Akkustandskontrolle sowie der Sicherungshalter. Im GehĂ€usedeckel gibt es ein Fach fĂŒr ErsatzlĂ€mpchen, -sicherungen und -kontaktstifte. Außerdem wurde hier der recht ĂŒberschaubare Schaltplan eingeklebt. Das GerĂ€t besteht eigentlich nur aus einem Transformator mit vorgeschalteter Hauptsicherung, dahinter eine Dioden-BrĂŒckenschaltung, ein Spannungsteiler, das BetriebslĂ€mpchen und die vier Minuskontakte sowie die vier Unterbrechertasten vor den Pluspolen mit gemeinsamem LĂ€mpchen zur Akkustandskontrolle. Im Schaltplan ist auch der mögliche Wechsel auf das 110 / 120 V-Netz oder 24 V-Bordspannung beschrieben. An der GehĂ€useaußenseite finden sich das BetriebslĂ€mpchen sowie ein ausfĂŒhrliches Typenschild.

🔩 A R T A S   A r n s t Ă€ d t e r   T a s c h e n l a m p e n w e r k










Artas Typ 2234 & Narva Typ 2234

Die NARVA Typ 2234 aus dem ArnstĂ€dter Taschenlampenwerk (kurz ARTAS) war wohl eine der bekanntesten Taschenlampen der DDR. Mit ihr verbinde ich auch selbst noch Erinnerungen, da sie bei uns eigentlich fast jedes Kind besaß. UrsprĂŒnglich als Signalleuchte fĂŒr die Nationale Volksarmee (NVA) und Deutsche Reichsbahn (DR) konzipiert, waren sie auch fĂŒr nur 4,- M frei verkĂ€uflich und dementsprechend verbreitet. Der Clow dieser ansonsten sehr schlichten Lampe sind die drei Farbfilter, die sich vor den Reflektor schieben lassen. WĂ€hrend die rote und grĂŒne Blende wohl hauptsĂ€chlich bei der Reichsbahn zur Signalgabe Verwendung fanden, diente die blaue Blende dem unauffĂ€lligen Kartenlesen bei der NVA. Die Lampe lĂ€sst sich durch einen Drehschalter an der Oberseite entweder auf Dauerbetrieb stellen oder bei halber Drehung auf Tastbetrieb. Das zumeist schwarze – teilweise aber auch blaue oder grĂŒne – StahlblechgehĂ€use kann frontseitig aufgeklappt werden. Im Inneren findet sich neben einem Batteriehalter fĂŒr die benötigte 4,5V-Flachbatterie (3R12) noch der zuvor beschriebene Drehschalter und oben links ein Ersatzbirnenhalter. Die verwendete Standard-Fahrradbirne wird mit einer kleinen Blechfassung direkt in den Reflektor geklippt, ĂŒber dem sich wiederum ein kleiner Sichtschlitz befindet. An der GehĂ€userĂŒckseite gibt es noch zwei kleine Lederschlaufen zur Befestigung am GĂŒrtel oder Revert.

H e r s t e l l e r   ?

pb Kfz-Signalleuchte

Die 123 x 128 x 80 mm große Leuchte erzeugt ein Lichtsignal in zwei StĂ€rken mit je einer 4,8V-GlĂŒhlampe, die mittig und seitlich im Reflektor montiert sind. AusgewĂ€hlt wird die LichtstĂ€rke mittels Drehregler an der GehĂ€useoberseite. Über eine Intervallfunktion verfĂŒgt die Lampe noch nicht. Die Spannungsversorgung erfolgt ĂŒber vier R20-Batterien. Welcher Hersteller sich hinter dem Logo pb verbirgt, ist mir nicht bekannt. Das gleiche Logo findet sich aber auch auf den meisten DDR-Halbleiterplatinen.


N A R V A   G l ĂŒ s o – W e r k   T a m b a c h – D i e t h a r z   ( G l ĂŒ s o )

NARVA Partylicht

Das NARVA Partylicht mit zehn – und teilweise auch 16 – farbigen Lampen wurde ab 1978 im VEB NARVA „Rosa Luxemburg“ GlĂŒso-Werk Tambach-Dietharz (Betriebsteil Wölfis) produziert. Im zehnteiligen Set kamen in Reihe geschaltete 22V/3W-Spitzkerzenlampen zum Einsatz. Alle Lampen sind hierbei mit einer StrombrĂŒcke versehen, so dass beim Ausfall einer Lampe die Übrigen weiter brennen. Die FĂ€rbung in Rot, GrĂŒn, Blau oder Gelb entsteht lediglich durch den aufgesteckten Kunststofflampenschirm. Der Vertrieb erfolgte in der DDR fĂŒr einheitliche 28,70 M. Im abgebildten 16-teiligen Set kamen vermutlich 12V/3W-Spitzkerzenlampen zum Einsatz.

L e u c h t e n b a u   L e i p z i g   ( L B L )

LBL Infrarotstrahler Typ 3951.05

Der LBL Infrarotstrahler Typ 3951.05 wurde um die 1960er Jahren im VEB Leuchtenbau Leipzig als WĂ€rmequelle fĂŒr die GeflĂŒgelaufzucht produziert. Die Lampe mit wĂ€rmeisolierenden BakelitgehĂ€use kann ĂŒber eine Standard-E27-Fassung mit einer bis zu 250VA starken RotlichtglĂŒhbirne bestĂŒckt werden und besitzt ein fest integriertes Netzkabel. FĂŒr mich als Stadtkind sind die Strahler eigentlich nur mit Erinnerungen an die Verwandtschaft auf dem mecklenburger Land verbunden, wo diese Lampen zur Gösselaufzucht recht verbreitet waren.

F r e i b e r g e r   P r À z i s i o n s m e c h a n i k

NVA Kommandeurbestecktasche Artillerie

Die Kommandeurbestecktasche Artillerie diente bei der Nationalen Volksarmenn (NVA) offensichtlich zur Auswertung und Bearbeitung von Landkarten. Zur Ausstattung gehörte neben der Tasche plus passendem Tragegurt eine Stoppuhr, der Marschkompass F 73, das Kurvimeter 78 (Beschreibungen unter MessgerĂ€te), ein Leseglas 70 mm, der Rechenstab System Artillerie, der Kartenwinkelmesser AK 4, der Winkeltransporteur 60° 21 cm, ein Plananzeiger, ein Transversalmaßstab, ein Koordinatenableser, das Kommandeurlineal TGL 108, ein Stechzirkel, ein Einsatzzirkel, Zirkelersatzminen, Farbstifte, ein Bleistiftanspitzer, ein Radiergummi sowie je ein Bleistift weich und hart. Der Kompass und das Kurvimeter wurden im VEB Freiberger PrĂ€zisionsmechanik produziert, die Zirkel stammen aus dem VEB Polytechnik Karl-Marx-Stadt (Richter Chemnitz). Wo die Rindsledertasche produziert und bestĂŒckt wurde, ist nicht ersichtlich. Kompass, Zirkel und sĂ€mtliches Schreibmaterial entsprechen eigentlich der DDR-ĂŒblichen Schulausstattung.

W e r k   f ĂŒ r   F e r n s e h e l e k t r o n i k   B e r l i n

🕑 KAL 44-03

Die Digitale Wohnraumuhr KAL 44-03 wurde im Werk fĂŒr Fernsehelektronik Berlin produziert und fĂŒr 150,- M vertrieben.






H a l b l e i t e r w e r k   F r a n k f u r t / O d e r   ( H F O )

grĂ¶ĂŸter Hersteller von Integrierten Schaltkreisen in der DDR wie z.B. dem A281D und A210K, die in vielen RFT-GerĂ€ten verbaut wurden, Übersicht von DDR-ICs unter Reparatur & ExportgerĂ€te

E n e r g i e k o m b i n a t   F r a n k f u r t / O d e r

Hersteller der bei MEG entwickelten BR 50

D e l t a   L ö t t e c h n i k   W o l t e r s d o r f

DELTA Lötgarnitur LG 30

Die Lötgarnitur LG 30 wurde in den 1980er Jahren bei DELTA im brandenburgischen Woltersdorf produziert. ZusĂ€tzlich zum 220 V / 30 W-Lötkolben LK 30W gehörten zwei Karten mit Elektro-Feinlot (Lötzinn), eine Dose Lötfett, ein Kolophoniumstein und eine Ersatzlötspitze zum Lieferumfang. Als typisches Kuriosum der DDR-Mangelwirtschaft wurde das Blech der Lötfett-Dose ursprĂŒnglich schon fĂŒr den VEB Chemische Werke Miltitz bedruckt, dann aber verdreht in die Stanzmaschinen eingelegt und mit einem Papieretikett versehen. So findet sich die FLORENA Creme Beschriftung noch auf der Innenseite der deutlich kleineren Dose. Auf der Plastikverpackung der abgebildeten LG 30 prangt noch ein westdeutsches Etikett mit dem Vertriebspreis von 19,95 DM. Somit wurde der Lötkolben in Westdeutschland wohl mit offiziellem Markennamen, aber ohne nĂ€heren DDR-Herkunftsnachweis verkauft.

DELTA Lötstation LS 60/3

Die Lötstation LS 60/3 wurde ab 1985 bei DELTA Löttechnik im brandenburgischen Woltersdorf produziert. Das GerĂ€t verfĂŒgt ĂŒber einen Wechselspannungsausgang, der sich mittels Drehknopf zwischen 8, 10, 12 sowie 14 V umschalten lĂ€sst und hierdurch die Heizleistung steuert. Je nach verwendetem Lötkolben können somit Temperaturen im Bereich von 250 bis 580 °C an der Lötspitze erzielt werden. Eine zusĂ€tzliche TemperaturĂŒberwachung fehlt jedoch noch. Zur Lötstation 60 wurde werkseitig der 16 W-Lötkolben DELTA B16 ausgeliefert, mit dem sich die Temperatur zwischen 250, 320, 380 und 450 °C wĂ€hlen lĂ€sst. Als Zubehör gab es alternativ aber auch einen 8 W- oder 30 W-Lötkolben. SĂ€mtliche Temperaturvarianten fĂŒr alle drei Lötkolbentypen sind auf der Frontseite vermerkt. Das komplett in deutscher Sprache beschriftete GehĂ€use besteht aus einem Plastikchassis mit zwei Abdeckblechen. Der Aufbau im Inneren gestaltet sich recht ĂŒberschaubar. Vor der PrimĂ€rspule des Netztrafos Bv4763 findet sich lediglich der Netzschalter. Die SekundĂ€rspule verfĂŒgt ĂŒber je einen 8 V-, 10 V-,12 V- und 14 V-Abriff. Diese laufen auf den Temperatur-Drehschalter, dessen Schaltsignal eine 4 A-Schmelzsicherung durchlĂ€uft, um anschließend an der oberen Anschlussbuchse anzuliegen. Die untere Anschlussbuchse ist direkt mit dem Minus- bzw. Gegenanschluss der SekundĂ€rspule verbunden. Zwischen beiden Buchsen findet sich ansonsten noch eine Reihenschaltung aus einem 560Ω-Widerstand plus LED zur Netzanzeige. Ob die Lötstation DELTA LS 60/3 lediglich fĂŒr den Export nach Westdeutschland produziert wurde oder auch im DDR-Handel erhĂ€ltlich war, ist mir nicht bekannt. So wurde das abgebildete GerĂ€t laut Kassenbon am 24.12.1985 fĂŒr 87,- DM im KAUFMARKT in NĂŒrnberg erworben. Der Vertrieb erfolgte ĂŒber die CONMETALL aus Celle (Bestell-Nr. 286022). 

Vom Markennamen DELTA abgesehen findet sich weder auf dem GerĂ€t noch in der Bedienungsanleitung oder auf dem Karton ein entsprechender Herkunftsverweis. Die Typenbezeichnung LS 60/3 bezieht sich offensichtlich auf die Ausgangsleistung von 60 VA und die Anschlussmöglichkeit fĂŒr drei verschiedene 12V-Lötkolben. Passend zur Lötstation LS 60/3 gab es noch einen kleinen Mikro-Lötkolben DELTA B8 mit einer Leistung von 10 VA, fĂŒr Temperaturen zwischen 290 und 530°C. In Westdeutschland wurde dieser z.B. auch ĂŒber CONRAD electronic fĂŒr 7,95 DM angeboten.

Die DELTA LS 60/3 wurde ĂŒber die VÖLKNER electronic GmbH & Co. KG aus Braunschweig auch in Westdeutschland vertrieben. In der VÖLKNER-Sonderliste 1/1987 heißt es zu der Lötstation, die mit der Bestellnummer 504984 fĂŒr 109,50 DM angeboten wurde: „Potentialfreies Löten, Sicherheitsablage, Temperaturbereich von 250 – 450°C, praxisgerecht und robust, MetallgehĂ€use, 4-stufiger Wahlschalter, Temperatur-Wahlschalter fĂŒr 250 / 320 / 380 / 450°C, Sicherheitstrafo, schneller WĂ€rmeaustausch durch temperaturabhĂ€ngigen Heizwiderstand im Lötkolben (16 Watt), Ein/Aus-Schalter mit LED-Kontrolle, Schraubanschluss oder Bananenstecker, Netz 200 V / 50 VA, Ausgang 8 - 14 V, B x H x T: 175 x 90 x 110 mm, schwarz lackiert, Front orangefarben, mit 16W-Lötkolben, StĂ€nder und Reinigungsschwamm“.




Voltcraft Lötstation 60/3 (Delta LS 56 & LS 60/3)

Ab 1986 wurde die zuvor beschriebene Lötstation DELTA LS 60 offensichtlich ausschließlich ĂŒber den CONRAD-Versand als VOLTCRAFT Lötstation 60/3 in Westdeutschland vertrieben. Die ursprĂŒngliche Herkunft lĂ€sst sich hier eigentlich nur noch am typischen DDR-MessgerĂ€teknopf, den ĂŒblichen Anschlussklemmen, dem Krania-Netzkabel sowie dem DELTA-Logo an der GehĂ€userĂŒckseite und auf dem Lötkolben erkennen. Im CONRAD-Hauptkatalog 1986 heißt es zur Lötstation LS 60/3, die mit der Bestellnummer 812692 fĂŒr 89,- DM angeboten wurde:

„Die Voltcraft-Lötstation bietet alles, was der anspruchsvolle Elektroniker braucht. Auch fĂŒr den kommerziellen Einsatz geeignet. Der Aufbau der Station garantiert optimale Leistung. Der Sicherheitstransformator zwischen 8 und 14 V einstellbar garantiert in Verbindung mit einer temperaturabhĂ€ngigen Heizwicklung im Lötkolben hervorragende Gebrauchswerte. Folgende Vorteile sprechen dafĂŒr: regelbare Sicherheitskleinspannung von 8 – 14 V; Potentialfreiheit; großer Regelbereich 230 – 590 °C); optimiert fĂŒr 3 Leistungsbereiche (B 8, B 16, B 30); hohe Lötleistung; schneller WĂ€rmenachschub durch Ni-Widerstand; brandschutzgerechte Ablage – Technische Daten: Die Station besteht aus den Hauptteilen GehĂ€use, Sicherheitstransformator Typ 460/2, 60 VA, welcher fĂŒr Dauerbetrieb ausgelegt ist. Die Umschaltung auf die Spannung 8, 10, 12, 14 V erfolgt mittels 4-Stufen-Schalter. Der Kleinspannungsausgang erfolgt an der Seitenwand des GehĂ€uses ĂŒber zwei einfache Anschlussklemmen. Das GerĂ€t wird durch eine Schmelzsicherung (0,4 A) vor Überlastung geschĂŒtzt. Ein- und Ausschalten erfolgt ĂŒber Tastenschalter, Schaltzustand wird durch Leuchtdiode angezeigt. An der Seitenwand ist eine brandschutzgerechte Ablage fĂŒr den Lötkolben angebracht. Zum Lieferumfang gehören die Station mit AblagestĂ€nder, ein Reinigungsschwamm und ein Lötkolben B 16 (32 Watt). Weiteres Zubehör: Ersatz-Lötkolben Typ B 16 (16 – 32 W, 260 – 450 °C) 14,80 DM; Lötkolben B 30 (30 – 65 W, 370 – 580 °C) 14,80 DM; Mikro-Lötkolben B 8 (10 W, 290 - 530°C) 7,95 DM“.

Voltcraft LS 30 electronic (Delta LS 60 E)

Die Lötstation Voltcraft LS 30 electronic wurde offensichtlich als Nachfolger der LS 60 produziert und ist rĂŒckseitig mit der offiziellen DELTA-Typenbezeichnung LS 60 E beschriftet. Auch hier scheint es sich aber um eine reine Auftragsproduktion fĂŒr den Westexport zu handeln. Im Gegensatz zur LS 60 verfĂŒgt die LS 60 E ĂŒber eine Temperaturregelung von 25 ÂșC bis 445 ÂșC. Hierbei kam jedoch noch kein TemperaturfĂŒhler im Lötkolben zum Einsatz. Die Steuerung erfolgt somit wohl ausschließlich ĂŒber den Heizintervall, der neben dem Netz ĂŒber eine zweite LED angezeigt wird. Als Leistungstransistor wurde, der schon aus verschiedenen REMA-SteuergerĂ€ten bekannte SD345 verbaut (Si-NPN/ 45 V / 3 A / 20 W). Der zugehörige 24V-Lötkolben DELTA C25 verfĂŒgt ĂŒber eine Leistung von 25 W. Den verbauten, recht kleinen Trafo kenne ich ansonsten nur aus dem Schachcomputer Chess Master. Zum GerĂ€t gehört einen passender LötkolbenstĂ€nder, der aber aus recht dĂŒnnem und rostanfĂ€lligen Stahlblech gefertigt wurde. Die LS 30 E wurde noch bis mindestens 1992 im CONRAD-Katalog angeboten. Sie gehörte hier zusammen mit dem tschechischen NetzgerĂ€t TESLA BK 127 C, einem Digital-Multimeter, Printhalter mit Lupe, einer Entlötsaugpumpe, Lötdraht und zwei Spezialzangen zu einem kompletten Einsteigerpaket fĂŒr 219,- DM.

Voltcraft LC 60 E (Delta LC 60 E)

Bei der Lötstation LC60E handelt es sich vermutlich erst um eine Wendezeit-Entwicklung des DDR-Herstellers DELTA Woltersdorf, der sich auf LötgerĂ€te aller Art spezialisiert hat. In diesem GerĂ€t kamen bis auf die beiden SMD-Platinen auch noch ausschließlich bekannten DDR-Teile zum Einsatz. So findet sich als Temperaturregler z.B. der Abstimmknopf der spĂ€ten EAW sound solo. Die Lötstation LC60E entspricht von der Ausstattung in etwa den klassischen WELLER-Lötstationen (stufenlose Temperaturregelung bis 450°C, TemperaturĂŒberwachung, Netz-LED und LED-Heizanzeige). Zum GerĂ€t gehört der Lötkolben DELTA C25-1. Die abgebildete Station von 1990 wurde ĂŒber CONRAD electronic vertrieben. Ob die GerĂ€te auch unter eigenem Markennamen verkauft wurden, ist mir nicht bekannt.

Im CONRAD-Katalog von 1992 heißt es zur Voltcraft LC 60 E, die mit der Bestell-Nr. 812749 fĂŒr 98,- DM angeboten wurde: „Diese vollelektronisch gesteuerte Lötstation wurde speziell fĂŒr den Elektroniker entwickelt, der im Hobby- und Heimwerkerbereich tĂ€tig ist. Beim Arbeiten mit CMOS-Bauelementen wurde bei dieser Lötstation eine Potentialausgleichsbuchse angebracht, die in Verbindung mit dem Arbeitsplatz eine elektrostatische Aufladung verhindern soll. Die Lötstation arbeitet in einem Temperaturbereich von 100 – 450 °C. Über eine Netz- und Aufheiz-Kontroll-LED kann der augenblickliche Zustand der Station kontrolliert werden. Lieferung erfolgt mit Lötkolben, Lötspitze, LötstĂ€nder und ausfĂŒhrlicher Bedienungsanleitung. Technische Daten: Betriebsspannung 220 V / 50 Hz, Leistung 30 VA, SekundĂ€rspannung 24 V=, Stellbereich 100 – 450 °C ±5 % v. E., Schutzklasse 2, mit GS-Zeichen“. Eine „Ersatzspitze zunderfrei“ konnte fĂŒr 1,80 DM dazu bestellt werden, eine „Ersatzspitze longlife“ kostete 7,50 DM und der komplette Ersatzlötkolben C25-1 19,80 DM. Auf der nĂ€chsten Katalogseite findet sich dann der Klassiker unter den Lötstationen – die Weller WECP-20, welche aber mit 298,- DM auch fĂŒr den 3-fachen Preis angeboten wurde. Vergleicht man jedoch die mechanische Anmutung, war dieses wohl auch nicht ganz unberechtigt.

DELTA G 20, G 40, G 60, G 80, G 100, R 50, Typ 620 & Typ 790

Neben den beschriebenen Lötstationen wurden in Woltersdorf hauptsĂ€chlich klassische Lötkolben fĂŒr den DDR-Bedarf produziert. Das Bild zeigt die hĂ€ufigen Typen DELTA G20 und Typ 790. Aber auch hiervon gingen wieder große StĂŒckzahlen in den Westexport.

So finden sich auch im CONRAD-Katalog von 1992 noch ein „Feinlötkolben G 20“ (Delta G 20) fĂŒr 9,80 DM, ein „Voltcraft Lötsett 1“ (bestehend aus Delta G 20 + Ersatzspitze, StĂ€nder & Feinlot) fĂŒr 12,50 DM, ein „Voltcraft Lötsett 2“ (bestehend aus Delta G 20 + Ersatzspitze, Entlötpumpe & Feinlot) fĂŒr 21,50 DM, der „Voltcraft Standard-Lötkolben G 40“ (Delta G 40) fĂŒr 15,90 DM, der „Voltcraft Universal-Lötkolben G 60“ (Delta G 60) fĂŒr 16,50 DM, der „Voltcraft Universal-Lötkolben G 80“ (Delta G 80) fĂŒr 16,50 DM, der „Voltcraft Universal-Lötkolben G 100“ (Delta G 100) fĂŒr 17,50 DM, der „Voltcraft Temperaturgeregelte Lötkolben R 50“ (Delta R 50) fĂŒr 36,50 DM und eine Dose DELTA-Kolophonium fĂŒr 1,50 DM. Die Typenbezeichnung orientiert sich jeweils an der Watt-Zahl des Lötkolbens. Neben dem G 20 ist mir noch der Typ 620 mit ebenfalls 20VA und der Typ 790 mit 25VA bekannt. In der Beschreibung des temperaturgeregelten Lötkolbens Delta R 50 heißt es: „Bei diesem Sparpreis interessant fĂŒr den Profi und den Hobbyelektroniker. Durch die Regelelektronik im Kolben sehr gut fĂŒr den Servicetechniker geeignet. Vorteile: stufenlose Temperaturregelung von 200 – 400 °C, extrem kurze Anheizzeit (in 35 Sek. auf Löttemperatur), schneller WĂ€rmenachschub durch Temperaturregelung, hohe Lötleistung (max. 50 W), minimales Zundern der Lötspitze, Energieeinsparung bis 50 %, Erhöhung der Lebensdauer um ein Vielfaches, Schonung von elektronischen Bauelementen, leicht und handlich, Anzeige der Heizperiode durch LED“.

M A N S F E L D   W e r k   f ĂŒ r   A n l a g e n -   &     G e r Ă€ t e b a u   E i s l e b e n

Mansfeld SB 10-2

Die kleine 360W-Zweigang-Schlagbohrmaschine MANSFELD SB 10-2 wurde in den 1980er Jahren im VEB Mansfeld Kombinat „Wilhelm Pieck“ Werk fĂŒr Anlagen- und GerĂ€tebau im anhaltinischen Lutherstadt Eisleben produziert. Sie verfĂŒgt – neben einem zuschaltbaren Schlagwerk – ĂŒber eine Drehzahlwahl zwischen 1.200 und 3.400 U/min, einen 43 mm Spannhals und eine Bohrfutter-Spannbereich von 1 bis 10 mm. Als ZusatzgerĂ€te im MANSFELD System 480 gab es noch einen BohrstĂ€nder, eine Drechselbank, einen Schwingschleifer, eine StichsĂ€ge, PendelstichsĂ€ge, Schleifeinrichtung, Spanneinrichtung, HandkreissĂ€ge, Schraubendreher, Heckenschere, Winkelbohrer, Kompressor, BohrerschĂ€rfgerĂ€t, Winkelschleifer, ZinkenfrĂ€se, Übersetzungsgetriebe und ein BodenbearbeitungsgerĂ€t. Der Vertriebspreis fĂŒr die SB 10-2 lag in der DDR bei 475,- M, ein Großteil der Maschinen ging aber in den Export nach Westdeutschland, Österreich, Frankreich, Belgien, Italien, Griechenland, Ägypten und Schweden. Im Jahr 1986 wurde sogar eine Lizenzproduktion bei RHINO Fleurance in Frankreich aufgebaut.

E l e k t r a   S c h a l k a u

Der VEB Elektra Schalkau hat sich bereits frĂŒhzeitig auf die Produktion von Drehkondensatoren spezialisiert, die ja dann auch in fast jedem RFT-RundfunkempfĂ€nger zum Einsatz kamen. Leider sorgen diese Drekos auch irgendwann alle dafĂŒr, dass sich die Abstimmung der GerĂ€te nicht mehr einstellen lĂ€sst. Hier verharzen mit der Zeit die Drekoachsen, was sich mit etwas Geduld sehr gut beheben lĂ€sst (siehe „Reparaturhinweise“). An der fĂŒnfstelligen Typenbezeichnung lĂ€sst sich meist auch schon der Aufbau, die NennkapazitĂ€t und das zum Teil verbaute, integrierte UKW-Potentiometer erkennen (z.B. Typ 5003: Dreifach-Dreko mit 3x500pF ohne UKW-Poti).

T E X T I M A   N À h m a s c h i n e n w e r k   W i t t e n b e r g e

đŸȘĄ Textima VERITAS 8014/4443 electronic

 

A K A   E l e k t r o g e r À t w e r k   S u h l

Komet RG 3 & RG 5

Das Komet RG 3 wurde ab 1962 als erstes elektrisches RĂŒhrgerĂ€t im VEB ElektrogerĂ€tewerk Suhl (EGS) in Zella-Mehlis produziert, 1966 folgte dann das Komet RG 5 mit zusĂ€tzlichem Mixaufsatz. Ein großer Teil der GerĂ€te gingen auch in den Westexport (Bild).




Komet RG 25

SpĂ€ter folgte das Komet RG 25 mit RĂŒhrsatzentriegelung ĂŒber dem Stufenschalter. Dem RG 25 lag ein Anleitungsheft mit ausgiebigen Rezeptideen bei. Da diese Anleitung so liebevoll erstellt wurde, habe ich die DDR-typischen Rezepte unter Rezepte fĂŒr den TG 24 und das RG 25 hinterlegt.





AKA RG 28s

Nachdem zwischenzeitig unzĂ€hlige dieser GerĂ€te durch meine HĂ€nde gegangen sind, soll auch dieser DDR-Klassiker nicht unerwĂ€hnt bleiben, auch wenn er mit Unterhaltungselektronik natĂŒrlich nichts zu tun hat. Das RĂŒhrgerĂ€t RG 28 wurde bereits seit 1977 mit einer StĂŒckzahl von ĂŒber 18 Millionen im VEB ElektrogerĂ€tewerk Suhl (EGS, Werk Talstraße in Zella-Mehlis) produziert und grĂ¶ĂŸtenleits unter dem Markennamen AKA electric vertrieben. Hier liefen zuvor bereits das RG 3, RG 5 und RG 25 vom Band. Die Funktionen sind – wie von einem RĂŒhrgerĂ€t nicht anders zu erwarten – recht ĂŒberschaubar gehalten. Das GerĂ€t verfĂŒgt ĂŒber einen 170 W-Motor, der sich in drei Geschwindigkeitsstufen schalten lĂ€sst. Ein weiterer Knopf ĂŒber dem Drehzahlschalter ermöglicht den einfachen Auswurf der beiden gegenlĂ€ufigen RĂŒhrbesen. Neben diesen EinsĂ€tzen gehörten grundsĂ€tzlich noch zwei Knethaken zum Lieferumfang.


FĂŒr das GerĂ€t gibt es noch ein passendes RohkostgerĂ€t, einen Mixstab, Mixaufsatz, Passierstab, einen StĂ€nder mit SchĂŒssel, Schlagbecher, SchĂ€lscheibe, Reib-, Schnitzel-, RaspeleinsĂ€tze und eine Wandkonsole. Genau genommen sind die meisten GerĂ€te noch mit einer Leistung von 150 W / 220 V angegeben. Erst spĂ€ter erfolgt die Angabe 170 W / 230 V. Hierbei handelt es sich nicht um einen stĂ€rkeren Motor, sondern um die zwangslĂ€ufig höhere Leistung durch die zwischenzeitig von 220 auf 230 – 240 V erhöhte Netzspannung. Dieses fĂŒhrt aber auch zu einer geringfĂŒgig höheren Belastung des Motors, der das aber laut GS-Angabe der NachwendegerĂ€te zehn Minuten im Dauerbetrieb schadfrei ĂŒbersteht. Prinzipiell entspricht das RG 28s von der Ausstattung komplett dem VorgĂ€nger Komet RG 25. Die ersten RG 28s hatten gelbe und dann orangefarbene GehĂ€use. Die GehĂ€usefarbe variierte ĂŒber die Jahre von Orange/Weiß auf Weiß/Grau, Weiß/Gelb, Beige/Braun, Braun/Weiß und vermutlich gibt es noch weitere. Parallel bekam der Stufenschalter in der laufenden Serie eine etwas andere Form.

Außerdem gab es um den September 1984 offensichtlich eine kleine Versuchsserie mit stufenlosem Geschwindigkeitsregler statt 3-Stufen-Schalter.

Sehr viele GerĂ€te wurden auch ĂŒber den QUELLE-Versand fĂŒr 32,95 DM in Westdeutschland vertrieben und entsprechend auf PRIVILEG umtypisiert. Ein weiterer Importeur verkaufte sie als schneider RG 28s. Nach der Wende wurden die GerĂ€te noch bis mindestens Juni 1991 von der ElektrogerĂ€tewerk Suhl AG produziert und auch bis zum Schluss an QUELLE geliefert. Parallel hat die C. Bomann Import Vertretungen Service aus Buchholz in der Nordheide die GerĂ€te unter der Originalbezeichnung vertrieben. Außerdem hat der russische Hersteller Ń€ĐŸŃĐ± (Rosb) das GerĂ€t in Lizenz nachgebaut und als МВР-301 (MWR-301) vertrieben (Bild & Beschreibung unter sowjetische GerĂ€te). Der Motor und die GetriebeĂŒbersetzung des RG 28s sind sehr robust aufgebaut. Zumindest habe ich bei gut 70 gebrauchten GerĂ€ten kaum einen Defekt erlebt. Die einzige Schwachstelle sind wohl die vorderen Schweißstellen der RĂŒhrbesen, die sich bei Überbeanspruchung lösen können.

AKA supermix

Das AKA supermix (Typ 0329 026) entspricht technisch wohl komplett dem RG 28s. Lediglich das GehĂ€use wurde ĂŒberarbeitet.  Das GerĂ€t gab es in komplett Weiß und Beige/Weiß.





elite M 1500 (AKA supermix)

Das AKA supermix wurde ĂŒber die Kaufhauskette KAUFHOF auch in Westdeutschland unter der Bezeichnung elite M 1500 vertrieben. Auf der LĂŒftungsabdeckung findet sich hierbei noch die Originalbezeichnung AKA supermix, ein Verweis auf den ursprĂŒnglichen Hersteller EGS oder die DDR-Herkunft fehlt jedoch trotzdem. Das abgebildete GerĂ€t stammt erst aus dem Jahr 1990.


unser favorit (AKA supermix)

Das HandrĂŒhrgerĂ€t AKA supermix wurde ĂŒber die Kaufhalle GmbH Köln auch unter der Bezeichnung unser favorit in Westdeutschland vertrieben. Ein Verweis auf den ursprĂŒnglichen Hersteller EGS oder die DDR-Herkunft fehlt komplett.





unser favorit MX 150 (AKA supermix)

SpĂ€ter erhielt der von der Kaufhalle GmbH Köln vertriebene AKA supermix die Bezeichnung unser favorit Handmixer MX 150 (Artikelnr. 63-54084). Das GerĂ€t war bei der gleichnamigen Handelskette fĂŒr 39,95 DM erhĂ€ltlich.






perfekt. (AKA supermix)

Welcher westdeutsche Importeur sich hinter dieser AusfĂŒhrung des AKA supermix verbirgt oder ob es sich nur um eine neue Typenbezeichnung fĂŒr die in der DDR vertriebenen GerĂ€te handelt, ist mir nicht bekannt. Das 1989 produzierte RĂŒhrgerĂ€t trĂ€gt aber zusĂ€tzlich ein AKA electric-Logo und die Herkunftsangabe „Made in GDR“.





AKA unifix

Das AKA unifix mit wiederum anderem GehĂ€use entspricht von der Ausstattung ebenfalls dem RG 28s. Die Aufnahme fĂŒr den Mixstab und weiteres Zubehör befindet sich jedoch auf der gegenĂŒberliegenden Seite und die Achse hierfĂŒr ist sternförmig statt als Sechskant ausgefĂŒhrt. Somit ist das Zubehör nicht kompatibel mit dem RG 28 und supermix. Dasselbe gilt auch fĂŒr den RĂŒhrbesen und Knethaken, die hier eine etwas breitere Achse haben. Parallel gab es das offensichtlich gleiche GerĂ€t noch als multifix, polyfix oder WestexportausfĂŒhrung fĂŒr den QUELLE-Versand (Bild). Bei der Typenbezeichnung zeigte sich der Betrieb wieder Ă€hnlich kreativ wie andere DDR-Hersteller mit dem Klappfix, Ladefix, Stromfix, PrĂŒffix und Kittifix fĂŒr DDR-CampinganhĂ€nger, AutobattereiladegerĂ€te, -Kabeltrommeln, -PhasenprĂŒfer und -Alleskleber. Die ExportgerĂ€te wurden teilweise mit „Privileg / EGS Typ 329 084 / Bestellnr. 389.070“ und teilweise mit „Privileg unifix 0329 0 632 / Bestellnr. 478.101“ beschriftet. Der eigentliche Hersteller ist – wie schon bei den Privileg RG 28s - mit einem unauffĂ€lligen „EGS“ (ElektrogerĂ€tewerk Suhl) auf dem Typenschild vermerkt und die Leistungsangabe variiert auch – je nach Baujahr – zwischen 150 W / 220 V und 170 W / 230 V. Des Weiteren gab es noch das AKA Combifix mit wiederum ĂŒberarbeitetem GehĂ€use.

schneider KM 2000 (AKA unifix)

Das AKA unifix wurde noch mindestens bis zum Mai 1991 als schneider KM 2000 vertrieben. Kurioserweise findet sich trotz des spĂ€ten Baujahrs auf dem GerĂ€t neben dem DDR-AKA-Logo auch noch der Schriftzug „Made in GDR“, da die alten Gussmaschinen der Typenschilder weiterverwendet wurden.




AKA AS 101

Neben ĂŒber 18 Millionen RĂŒhrgerĂ€ten des Typs RG 28 produzierte der VEB ElektrogerĂ€tewerk Suhl (EGS) in seinem Werk in Suhl und an Standorten der Umgebung auch elektrische Allesschneider. Einer der ersten Typen dieser Art war wohl der AS 101 unter dem Markennamen AKA electric. Die Ausstattung beschrĂ€nkt sich noch auf eine Schnittbreiteneinstellung und nur eine Geschwindigkeit. SpĂ€tere GerĂ€te besitzen zusĂ€tzliche eine zweite Geschwindigkeit fĂŒr Wurst oder Brot sowie eine Kindersicherung. Neben den AS 101 fĂŒr den DDR-Vertrieb mit weißem, gelbem und orangem GehĂ€use lieferte der Betrieb die GerĂ€te auch an den QUELLE-Versand nach FĂŒrth. In Westdeutschland hießen Sie dann nur PRIVILEG (ohne erkennbare Typenbezeichnung).

AKA MS 200 S


K a b e l w e r k   O b e r s p r e e   B e r l i n   ( K W O )

🔌 KWO Stromfix Junior II

Die abgebildete Kabeltrommel aus dem VEB Kabelwerk Oberspree (KWO) stellt aus meiner Sicht ein schönes Beispiel fĂŒr typisches DDR-Gebrauchsdesign dar. Auch die Typenbezeichnung Stromfix Junior 2 reiht sich ein in kreative Namen wie Klappfix, Ladefix, Multifix, Unifix, Polyfix, Combifix, PrĂŒffix oder Kittifix fĂŒr DDR-CampinganhĂ€nger, -AutobatterieladegerĂ€te, -RĂŒhrgerĂ€te, -PhasenprĂŒfer und -Alleskleber. Die 150 x 70 mm große Kabeltrommel mit schönem BakelitgehĂ€use verfĂŒgt ĂŒber ein 8 m langes Netzkabel, das sich ĂŒber eine einklappbare Handkurbel an der Unterseite aufrollen lĂ€sst. Die Stromfix Junior II löste Anfang der 1970er Jahre die Junior I mit fast identischem GehĂ€use sowie 5 m Netzkabel ohne Schutzkontakt-Aussparung ab und wurde spĂ€ter von der Junior III mit zwei Schukodosen und klassischem KunststoffgehĂ€use abgelöst.

KWO Schleifaufsatz fĂŒr AKA RG 25 und RG 28

FĂŒr die RĂŒhrgerĂ€te AKA RG 25 und RG 28 wurde im VEB Kabelwerk Oberspree (KWO) in Berlin ein passender Schleifaufsatz fĂŒr Scheren, Messer, Hobel und Schraubendreher produziert. Der Anschluss an das RĂŒhrgerĂ€t erfolgt ĂŒber den vorderen Mixstabanschluss. Zum Schutz des RĂŒhrgerĂ€tes vor Metallstaub oder -spĂ€nen besitzt der Aufsatz eine Kunststoffhaube.

E l e k t r o m a s c h i n e n b a u   D r e s d e n   ( V E M )


Multiboy LZ 250

Die Ende der 1970er Jahre im VEB Kombinat Elektromaschinenbau Dresden entwickelte und im Elbtalwerk Heidenau produzierte "KĂŒchen-Allzweckwaffe" Multiboy LZ 250 ermöglicht das Zerkleinern von Lebensmitteln mit einer recht ordentlichen Leistung von 500 W. Das Doppel-Schneidmesser und die SchĂŒssel lassen sich herausnehmen. Die Aktivierung erfolgt durch einfaches DrĂŒcken des geschlossenen Deckels. Das Deaktivieren bei wenig SchĂŒsselinhalt oder im Leerzustand sollte möglichst durch langsamen Drucknachlass erfolgen, da das 240 x 150 mm große und 2,1 kg schwere GerĂ€t ansonsten sehr abrupt abschaltet. 


Multiboy LZ 251 & LZ 252

Um 1983 erfolgte der Modellwechsel vom Lebensmittelzerkleinerer LZ 250 auf den LZ 251. Hierbei wurde die Befestigung des Schneidmessereinsatzes von Klickverschluss (linke Bildseite) auf eine einfache Vierkantachse geĂ€ndert (rechts), was durch den zwangslĂ€ufig notwendigen Druck auf den Deckel zur Aktivierung auch völlig genĂŒgte und die Demontage und Reinigung etwas erleichterte. FĂŒr den LZ 250 wird zum Messerwechsel noch ein Spezialwerkzeug benötigt, wobei sich dieses auch durch Auseinanderziehen der DrahtbĂŒgel an der Messereinsatz-Oberseite umgehen lĂ€sst (unbedingt Netzkabel ziehen). SpĂ€ter folgte dann noch der LZ 252 mit regelbarer Geschwindigkeit.

Neben dem regulĂ€ren Vertrieb in RFT-GeschĂ€ften der DDR wurde der Multiboy LZ 251 auch ĂŒber die GENEX Geschenkdienst GmbH in Westdeutschland angeboten. Die Bezahlung erfolgte hierbei in D-Mark mit anschließender Lieferung an den angegebenen GeschenkempfĂ€nger in der DDR. So wurde der Multiboy im GENEX-Katalog von 1986 fĂŒr 79,- DM angeboten. In der Produktbeschreibung heißt es hierzu: „Multiboy LZ 251 – zerschneidet auch stark saftende Lebensmittel bei Erhaltung von Saft und Aroma. Leistungsstark und pflegeleicht. Anschlusswert 500 W, Gewicht 2,1 kg, Maße (HØ) 240 x 150 mm“. Ein Export des GerĂ€tes erfolgte ansonsten nicht, da es im Zuge der „KonsumgĂŒterproduktion“ entwickelt wurde. Diese war notwendig, da sehr viele Waren in den Export gingen und DDR-Betriebe hierdurch verpflichtet wurden, andere – dringend im Inland benötigte – Waren  zu produzieren. Deutlich wirtschaftlicher wĂ€re es natĂŒrlich gewesen, die Mitarbeiter mit einer höheren eigenen Produktion zu beschĂ€ftigen als ineffizient fĂŒr artfremde Waren.

a c o s t a   E l e k t r o m e c h a n i k   T h a l

acosta Tischgrill TG 22 & TG 24

Die Tischgrills TG 22 und TG 24 wurden ab 1980 als Nachfolger der TG 21 im VEB acosta Elektromechanik Thal Werk GrĂ€fenroda produziert. Die ausgesprochen zuverlĂ€ssigen GerĂ€te grillen mit einer Heizleistung von 850W ĂŒber einen Heizstab an der Oberseite. Der Motor-Tischgrill TG 24 besitzt zusĂ€tzlich einen elektrisch betriebenen Drehspieß. Die Inbetriebnahme erfolgt ganz einfach durch Einstecken des Netzsteckers, der Motor des TG 24 dreht hierbei auch ohne gesteckten Spieß dauerhaft mit. Auch der gesamte Aufbau des sehr praktischen und robusten Grills wĂŒrde jedem TÜV-PrĂŒfer in der heutigen Zeit die Haare zu Berge stehen lassen. So lĂ€sst sich die obere Aluabdeckung einfach abnehmen. Hinter dieser befindet sich ĂŒber der nackten HeizwĂ€ndel nur ein GestĂ€nge, das mit Alufolie umwickelt ist, die sich auch jederzeit durch klassische Haushaltsfolie ersetzen lĂ€sst. Zum Lieferumfang gehörte ein Grillrost, eine Fettfangschale, ein Aushebegriff, Grillspieß und zwei Mitnehmergabeln.

Außerdem lag dem GerĂ€t ein 14-seitiges Anleitungsheft mit ausgiebigen Rezeptideen bei. In diesem heißt es „Der acosta-Tischgrill TG 22 und der acosta-Motor-Tischgrill TG 24 sind GrillgerĂ€te, in welchen Speisen schnell und problemlos gegrillt, ĂŒberbacken und getoastet werden. Der Motor-Tischgrill TG 24 zeichnet sich durch einen eingebauten motorischen Spießantrieb aus. Die Drehbewegung des Grillspießes TG 22 erfolgt per Hand. 
“. Nachfolgend finden sich Bedien- und Reinigungshinweise, eine „kleine Steak-Schule“, „KĂŒchenkniffe“ und Rezepte fĂŒr grilliertes Ei im KĂ€senest, gerĂ€uchertes Fischfilet in Dillbutter, gegrillte RostbratwĂŒrste mit Senf-Meerrettich, gefĂŒllte WĂŒrstchen mit KĂ€se-Sauerkraut, grilliertes KĂ€se-Hackfleisch-Schnitzel, gegrillter gefĂŒllter Kohlrabi, gefĂŒlltes Fleischbrot, gefĂŒllte Paprikaschoten, Schweine- und RĂŒckensteak, Wildfilet und natĂŒrlich Broiler und Schaschlik. Dem Ganzen folgen dann noch diverse Toastvarianten. Da diese Anleitung so liebevoll erstellt wurde, habe ich die DDR-typischen Rezepte unter Rezepte fĂŒr den Tischgrill hinterlegt.

E l e k t r o m e c h a n i k   B e r l i n – K a u l s d o r f

☕ AKA K 120/5 & AKA K 120/8

Nachfolger der sehr verbreiteten Kaffeemaschine „AKA K 108“ aus dem VEB Elektromechanik Berlin-Kaulsdorf

Neben dem regulĂ€ren Vertrieb in RFT-GeschĂ€ften der DDR wurden die Kaffeemaschinen K 120/5 und K 120/8 auch ĂŒber die GENEX Geschenkdienst GmbH in Westdeutschland angeboten. Die Bezahlung erfolgte hierbei in D-Mark mit anschließender Lieferung an den angegebenen GeschenkempfĂ€nger in der DDR. So wurde die Kaaffemaschinen im GENEX-Katalog von 1986 fĂŒr 56,- DM bzw. 68,- DM angeboten. In der Produktbeschreibung heißt es hierzu: „Kaffeemaschine K120/5 mit Warmhalteplatte – Transparenter WasserbehĂ€lter mit einem Fassungsvermögen von 1 bis 5 Tassen, 800 W & Kaffeemaschine K120/8 mit Warmhalteplatte: Fassungsvermögen von 1 bis 8 Tassen, Mit Hilfe einer Auslaufregulierung kann die Geschwindigkeit des Wasserzulaufes bestimmt werden.“.

E l e k t r o i n s t a l l a t i o n   O b e r l i n d   S o n n e b e r g

SchlagwerksmĂŒhle SWM 4

KaffeemĂŒhle mit 150W-Motor

H e r s t e l l e r   ?

AKA RaumheizlĂŒfter RHL 4

Beschreibung folgt

privileg RHL 4 (Bestell-Nr. 5450119)

Der RaumheizlĂŒfter RHL 4 wurde ĂŒber den QUELLE-Versand FĂŒrth auch in Westdeutschland vertrieben. Statt der Herstellerangabe AKA electric und des Herkunftsverweises „Made in GDR“ findet sich auf dem GerĂ€t mit unverĂ€nderter Typenbezeichnung lediglich der QUELLE-Markenname privileg.

E l e k t r o g e r À t e   Z e i t z

AKA Luftdusche LD 67

Der im VEB ElektrogerĂ€te Zeitz gefertigte Haarfön LD 67 gehörte wohl fast zur Standardausstattung eines 1980er-Jahre-DDR-Haushaltes. Die Typenbezeichnung setzt sich hierbei aus der recht kreativen DDR-Wortschöpfung „Luftdusche“ – vermutlich ergĂ€nzt durch das Erscheinungsjahr 1967 – zusammen. Die heutige Verbreitung des LD 67 dĂŒrfte – im Gegensatz zu vielen anderen DDR-HaushaltsgerĂ€ten – recht ĂŒberschaubar sein, was sich wohl schon mit der fĂŒr heutige VerhĂ€ltnisse recht schwachen Leistung von 400 W erklĂ€ren lĂ€sst.

⏰ U h r e n w e r k   R u h l a

Im VEB Uhrenwerk Ruhla wurde eine große StĂŒckzahl von verschiedensten Weckern produziert. Diese gingen neben dem Vertrieb in der DDR auch in hoher StĂŒckzahl in den Westexport. In der Bundesrepublik trugen Sie dann Markennamen wie ANKER, Meister-Anker, Meister-Quarz, CLIPPER, peter, KAREX, MBO oder sutronic. Hierbei gab es ca. vier verschiedene mechanische Uhrwerke und drei verschiedene Quarzuhrwerk, die jedoch in den verschiedensten GehĂ€usen verbaut wurden. Trotz ihres einfachen Erscheinungsbildes erweisen sich gerade die Quarzwecker als ausgesprochen zuverlĂ€ssig. Mein erster ruhla-Wecker funktionierte z.B. von Mitte der 1980-er Jahre bis 2015 im durchgehenden Dauerbetrieb einwandfrei. Am Ende waren dann wohl die gut geschmierten KunststoffzahnrĂ€der abgenutzt, sodass der Sekundenzeiger den „Aufstieg“ nicht mehr schaffte.

Die ruhla QUARTZ Wecker wurden in Westdeutschland auch unter dem Markennamen MBO ĂŒber VÖLKNER elektronik vertrieben. In einer VÖLKNER-Anzeige der Zeitschrift Funkschau 17/1984 heißt es zum MBO-Quarzecker, der fĂŒr 19,80 DM angeboten wurde: „Schwarzes Ziffernblatt mit Leuchtpunkten fĂŒr Dunkelheit; Sekundenzeiger; weckt mit sanftem Intervall-Summton; Wiederholautomatik 16 Minuten; abschaltbare Weckeinrichtung; großflĂ€chiger Absteller des Wecktones; 1,5 V Baby; B x H x T 90 x 70 x 41 mm.“.

H e r s t e l l e r   ?

🕑 RFT Tochteruhr

An die abgebildete RFT Tochteruhr (auch Nebenuhr genannte) hege ich persönlich hauptsĂ€chlich Erinnerungen an meine ehemalige Berufsschule in Neubrandenburg, einem typischen DDR-Schulbau der 1950er Jahre mit großer Uhr zum Pausenhof hin, DDR-Grauputz und klassischem Satteldach. Neben der Uhr zum Hof hin waren auch in den Fluren einige dieser Uhren aufgehĂ€ngt und so diente der Aufbau eines solchen Uhrennetzes selbst in den 1990er Jahren noch als so ziemlich erstes Thema im Elektrotechnik-Unterricht. Gesteuert von einer Mutteruhr – meist im Sekretriat oder Lehrerzimmer – erhielten die Tochteruhren in den Fluren und zum besagten Paushof hin einen minĂŒtigen 24V-Spannungsimpuls, der sie alle gleichlaufen ließ. Die abgebildete Nebenuhr vom Flohmarkt verfĂŒgt hierbei ĂŒber ein 370 x 370 x 82 mm großes HolzgehĂ€use mit Stahlblech-Ziffernblatt und schwarzen Blechzeigern hinter Glas. Die wohl immer baugleichen Uhren gab es hierbei auch mit rundem oder eckigem KunststoffgehĂ€use. Das Baujahr der Uhr schĂ€tze auf die 1950er Jahre, nachdem ich diese Uhren zwar aus der Berufsschule kenne, in meiner zuvor besuchten POS „Hans Beimler“ (mit entsprechendem Wandfresko ĂŒber drei Etagen) aus den frĂŒhen 1960er Jahren aber schon nicht mehr vorfand.

M a s c h i n e n f a b r i k   N E M A   N e t z s c h k a u

🔔 NEMA TĂŒrgong

Zweiklang-TĂŒrgong, produziert bis mindestens 1989 im VEB Maschinenfabrik Nema Netzschkau (Betrieb des VEB Kombinat Luft- und KĂ€ltetechnik)

Spielwaren-Mechanik Pfaffschwende, ORSTA Dippoldiswalde & Kamenzer Spielwaren

construction MetallbaukÀsten

„Construction-MetallbaukĂ€sten – das konstruktivtechnische und lehrreiche Spielzeug fĂŒr Jungen und MĂ€dchen ab 6 Jahren. Das Konstruktionsspiel bietet wohl die breitesten Möglichkeiten der schöpferischen BetĂ€tigung und der technisch-konstruktiven Bildung. Aus diesem Grund schufen wir das Baukastensystem Construction. In der vorliegenden Form entstand das Baukastensystem Construction aus den Erkenntnissen der Beobachtung der schöpferisch tĂ€tigen Kinder verschiedener Altersgruppen und im Sinne des technischen Fortschritts. 
“ heißt es in der sehr umfangreichen, farbigen Anleitung zu den BaukĂ€sten construction c01 bis c04. Diese wurden – wie noch weitere BaukĂ€sten – im VEB Spielwaren-Mechanik Pfaffschwende produziert und waren wohl aus keinen DDR-Kinderzimmer der 1980er Jahre wegzudenken. Auch ich hege hier gute Erinnerungen an die umfangreichen KĂ€sten, mit denen man neben verschiednsten Fahrzeugen und Maschinen auch viele eigene Ideen umsetzen konnte. Neben den construction KĂ€sten gab es aus dem VEB Hydraulik Dippoldiswalde auch einen ORSTA Modelltechnik P01 – Baukasten fĂŒr Druckluftverdichter und von den Kamenzer Spielwaren den Baukasten Optik-Cabinet 80. Wie bei vielen Sachen wurden die construction-BaukĂ€sten neben dem Vertrieb in der DDR auch ĂŒber CONRAD electronic auch in Westdeutschland angeboten.

F a h r z  e u g e l e k t r o n i k   R u h l a   ( F E R )

FER 6V/3W Fahrraddynamo

Der typische FER 6V/3W-Fahrraddynamo wurde mindestens von 1981 bis 1995 im Eisenacher Betriebsteil des VEB Kombinat Fahrzeugelektronik Ruhla produziert. Die StĂŒckzahl dĂŒrfte hierbei recht betrĂ€chtlich gewesen sein, da dieser Dynamo in der DDR zum konkurrenzlosen Einheitsmodell wurde. Auch in Westdeutschland tauchten die DDR-Dynamos (teilweise mit den passenden FER Lampen und IFA Klingeln) sehr hĂ€ufig an zu dieser Zeit produzierten FahrrĂ€dern auf. Der abgebildete Dynamo wurde fĂŒr den westdeutschen Zubehörvertrieb extra aus dem Original-DDR-Pappkarton mit Herstellerbeschriftung genommen und vom Importeur neutral verpackt. Hier findet sich nur die frontseitige Beschriftung „QualitĂ€t fĂŒr Fahrradprofis – Dynamo mit Halterung, auch fĂŒr BMX“. Die eingestanzte Beschriftung auf dem Kippgelenk des Dynamos mit „FER Ruhla DDR“ blieb unverĂ€ndert, sodass jeder, der die thĂŒringische Stadt Ruhla oder den Hersteller FER nicht kannte, zumindest noch die DDR-Herkunft ersehen konnte.

Auf der RĂŒckseite des Kippgelenks findet sich grundsĂ€tzlich das Baujahr. Ältere Modelle besitzen abriebfeste, weiße KeramikreibrĂ€der, spĂ€tere Modelle immer noch sehr harte schwarze PlastikrĂ€der. Die Aluminium-Kippgelenk-Abdeckung wurde in den 1990er Jahren durch eine schwarze Plastikabdeckung ersetzt. Neben Fahrradzubehör lieferte FER hauptsĂ€chlich Maschinen und Zulieferteile z.B. an Volkswagen in Wolfsburg und Hannover. Im TauschgeschĂ€ft erhielt die DDR mehrere tausend VW Golf 1 und 2. Zu finden sind die FER Scheinwerfer noch hĂ€ufig am Golf 1, Golf 2 und T3 Bus. Selbst mein 1993er Golf 3 trĂ€gt noch FER Nebelscheinwerfer und -Reflektoren aus Nachwendeproduktion.

đŸšŽâ€â™‚ïž D i a m a n t   F a h r r a d w e r k e   H a r t m a n n s d o r f

Diamant Modell 35105

Das abgebildete Tourenfahrrad Modell 35105 wurde 1987 im VEB Fahrradwerke Elite-Diamant Hartmannsdorf bei Chemnitz produziert. Es besitzt einen 26-Zoll-Stahlrahmen, RĂŒcktritt- und Felgenbremse vorne mit Aluminiumgriff, einen verchromten Stahl-Kettenschutz, einen verchromten GepĂ€cktrĂ€ger, Aluminium-Schutzbleche, Metallic-Lackierung in Goldgelb und SeitenstĂ€nder, des Weiteren als zeitgemĂ€ĂŸes Zubehör einen Flaschenhalter und einen mechanischen Tacho mit KilometerzĂ€hler (Bild & Beschreibung unter MessgerĂ€te).

Das abgebildete DIAMANT-Fahrrad gebe ich
bei musealer Verwendung auch gerne kostenfrei ab.
Kontakt ĂŒber info bei rk7 de oder ĂŒber facebook.

Parallel zum Vertrieb in der DDR wurden die Diamant- und MIFA-FahrrĂ€der auch ĂŒber die GENEX Geschenkdienst GmbH in Westdeutschland angeboten. Die Bezahlung erfolgte hierbei in D-Mark mit anschließender Lieferung an den angegebenen GeschenkempfĂ€nger in der DDR. So wurde das DIAMANT Modell 35105 im GENEX Katalog von 1986 fĂŒr 152,- DM angeboten, die DamenausfĂŒhrung 35160 mit Kleidernetz kostete hier 151,- DM. Von beiden RĂ€dern gab es jeweils noch die AusfĂŒhrungen DIAMANT 35109 und 35164 mit 3-Gang-Kettenschaltung fĂŒr 252,- DM und 261,- DM.

Neben dem von 1964 bis 1990 produzierten und immer wieder ĂŒberarbeiteten Diamant Modell 35105 gab es noch das etwas einfachere Modell 35102 mit Stempelbremse vorne, lackiertem statt verchromtem GepĂ€cktrĂ€ger und Kettenschutz sowie Uni- statt Metallic-Rahmenlackierung, außerdem das Modell 35109 mit der Ausstattung des 35105 plus 3-Gang-Kettenschaltung und von allen Varianten die entsprechenden DamenrĂ€der 35154 bis 35164. Was am Modell 35105 sofort auffĂ€llt, ist der aus heutiger Sicht ungewohnt kleine Rahmen mit dem kurzen Lenker, da die RĂ€der eigentlich nur fĂŒr Personen bis 175 cm ausgelegt waren und hĂ€ufig auch von Kindern gefahren wurden. Die grĂ¶ĂŸeren 28-Zoll-FahrrĂ€der Diamant Modell 35104 und 35162 gehörten in der DDR leider eher zur Ausnahme.

Das abgebildete Fahrrad von 1965 gibt mir noch etwas RĂ€tsel auf. UrsprĂŒnglich habe ich es auf dem SperrmĂŒll entdeckt. Mir gefielen sofort die nostalgische Optik und die vielen DDR-Teile, Mittlerweile werde ich den Verdacht nicht los, dass es sich um ein Chemnitzer DIAMANT-Fahrrad fĂŒr den Export handelt. Dagegen spricht zugegebenermaßen die Rahmenstanzung „ESGE Pletscher Lizenz“ an der vorderen GepĂ€cktrĂ€gerbefestigung, die TORPEDO-Dreigang-Nabenschaltung und evtl. der MERTENS-Sattel, jedoch in typischer MÖWE-Optik. Hingegen dafĂŒr spricht die Tatsache, dass der Rahmen neben der optischen Ähnlichkeit zum Diamant Typ 35105 lediglich mit der Lizenz der schweizer Marke und dem Vermerk „Deutsche Wertarbeit“ versehen wurde, hauptsĂ€chlich aber die große Anzahl an DDR-Teilen. So findet sich hier ein FER Ruhla Dynamo von 1965 ergĂ€nzt um die Vorderlampe von FER, eine Brillant Felgenbremse, eine typische 60er-Jahre-DDR-Satteltasche, eine FER Ruhla Klingel, der typische DDR-Kettenzahnkranz und ein VEB KOVALIT Hinterreifen. Nachdem ich zwar die 80-er Jahre DIAMANT- und MIFA-FahrrĂ€der aus meiner Kindheit ganz gut erkenne, tue ich mich mit den 60er-Jahre-RĂ€dern dann doch etwas schwerer. Vielleicht kann mir hierzu jemand nĂ€hrere Informationen geben. Nachdem ich das Fahrrad aus PlatzgrĂŒnden etwas leichtsinnig in unserer benachbarten Tiefgarage untergestellt hatte, ist dieses leider 2023 einer FahrradentrĂŒmpelungsaktion zum Opfer gefallen, wirklich schade drum.

đŸšŽâ€â™‚ïž M I F A   M i t t e l d e u t s c h e   F a h r r a d w e r k e   S a n g e r h a u s e n

mifa TOP FIT Modell 112

Das 28-Zoll-Tourensportrad Modell 112 wurde von 1985 bis 1990 durch die Mitteldeutschen Fahrradwerke (MIFA) in Sangerhausen produziert. Es löste das Modell 104 ab und wurde auch als DamenausfĂŒhrung Modell 167 produziert. Das abgebildete Fahrrad von 1990 ist mir eher durch Zufall in die HĂ€nde gefallen. Nachdem ich tĂ€glich elf Kilometer in die Arbeit radele, hĂ€lt es mich auch in der Mittagspause kaum im Haus. Und so habe ich das Fahrrad bei meinem Pausenspaziergang gegenĂŒber der Firma in einem Garagenhof entdeckt, was zumindest im „tiefsten Westen“ eher ungewöhnlich ist. Dem netten Herrn, der wohl gerade seine Garage mit mindestens 20 Fahrradleichen entrĂŒmpelte, fiel wohl mein neugieriger Blick auf den hintersten Teil des großen Haufens sofort auf und so stand das Rad zehn Minuten spĂ€ter in unserer Firmen-Tiefgarage. Der Zustand war – vom stumpfen Lack, einem verrosteten Lenker, beschĂ€digten Pedalen und einer gebrochenen Vorderlampe mal abgesehen – noch erstaunlich gut und mittlerweile ist das gute StĂŒck auch wieder weitestgehend restauriert. Das MIFA Modell 112 verfĂŒgt grundsĂ€tzlich ĂŒber Aluminiumfelgen, einfache Blockpedalen statt der zuvor verbauten Sportpedalen, einen GepĂ€cktrĂ€ger in Rahmenfarbe (zuvor verchromt) und eine Dynamohalterung an der Vordergabel (zuvor hinten).

Im Laufe der Serie wurde der kurzzeitig verbaute Gummikettenschutz durch einen grundsĂ€tzlich schwarzen Blechkettenschutz ersetzt, der wiederum spĂ€ter einem Schutz in Rahmenfarbe mit der Aufschrift „mifa – top fit & sicher“ wich. In der Tretkurbel kam grĂ¶ĂŸtenteils eine einfache Keilbefestigung zum Einsatz, seltener wurde ein hochwertigeres Glockentretlager verbaut. Die allerletzten RĂ€der erhielten dann noch Bohrungen zur Innenverlegung des RĂŒckleuchtenkabels. Neben dem abgebildeten Fahrrad gab es ab 1986 noch das Modell 112/3 mit Dreigang-Nabenschaltung, welches aber ausschließlich ĂŒber die GENEX gegen Westdevisen vertrieben wurde. Außerdem gab es das Modell 112 mit etwas geĂ€nderter Ausstattung unter dem Markennamen Exclusiv fĂŒr den Verkauf in Westdeutschland. Neben dem regulĂ€ren Vertrieb in der DDR wurden das MIFA Modell 112 und die DamenausfĂŒhrung 167 auch ĂŒber die GENEX Geschenkdienst GmbH in Westdeutschland angeboten. Die FahrrĂ€der, die in der DDR 385,- M kosteten, finden sich im GENEX Katalog von 1986 fĂŒr jeweils 200,- DM. Außerdem gab es noch das baugleiche Modell 204 und 254 mit Dreigang-Kettenschaltung fĂŒr jeweils 279,- DM.

TOBI fancy (mifa TOP FIT Modell 160)

Das abgebildete MIFA-Fahrrad habe ich ursprĂŒnglich ebenfalls auf einem SperrmĂŒllhaufen gefunden. Es handelt sich wohl um eines der Mitte bis Ende der 1980-er Jahre in der DDR sehr verbreiteten mifa TOP FIT RĂ€der aus Sangerhausen. Dieses Exemplar trĂ€gt jedoch den Schriftzug TOBI fancy und wurde offensichtlich schon werkseitig mit einer Shimano 3-Gang-Nabenschaltung mit passender Radnabe ausgestattet. Welcher westdeutsche Importeur sich hinter der Marke TOBI verbirgt, ist mir nicht bekannt. Laut Stanzung auf dem FER Ruhla Dynamo wurde dieser – und somit wohl auch das ganze Fahrrad – im Jahr 1983 produziert. Neben der Gangschaltung und der geĂ€nderten Markenbezeichnung ist mir gegenĂŒber der DDR-Variante nur der vollflĂ€chige Blech-Kettenschutz und die Felgenbremse aufgefallen, wĂ€hrend die DDR-Variante meist nur einen schmalen Kettenschutz und eine Stempelbremse besitzt. Außerdem ist das Schutzblech vielfach seitlich gelocht. Ich kann mich hier aber auch bei einigen DDR-DamenrĂ€dern an „schicke“ Kleidernetze erinnern, die es aber mittlerweile wohl fast alle „zerbröselt“ hat. Das abgebildete Fahrrad wurde vom Vorbesitzer offensichtlich kaum benutzt und ist noch mit den originalen Pneumant-Reifen von 1982 bestĂŒckt, die kaum abgenutzt, aber mittlerweile rissig sind und neue SchlĂ€uche benötigten. Leider war auch das vordere Laufrad stark verzogen, der Bremsgriff verbogen und die RĂŒckleuchte leicht beschĂ€digt, Außerdem entspricht der obere Teil des Sattels nicht mehr dem Originalzustand. Nachdem ich das Fahrrad aus PlatzgrĂŒnden etwas leichtsinnig in unserer benachbarten Tiefgarage untergestellt hatte, ist leider auch dieses gute StĂŒck 2023 einer FahrradentrĂŒmpelungsaktion zum Opfer gefallen.

Die FahrrĂ€der aus Hartmannsdorf und Sangerhausen wurden auch in großer StĂŒckzahl exportiert und unter Markennamen wie Brillant, Diadem, Everest, Exclusiv, Farosa, Grandezza, Manhattan, Rekord, Schneider, Schneider deLuxe, Siegfried, TALPO, TOBI und Twenter hauptsĂ€chlich in Westdeutschland vertrieben. Ein weiterer bundesdeutscher Importeur war Mehdi Biria aus Heidelberg, der unter dem Markennamen BIRIA ab 1982 DDR-FahrrĂ€der vertrieb und ab den frĂŒhen 1990er Jahren bis 2006 SpezialfahrrĂ€der fĂŒr die Deutsche Post in Neukirch/Lausitz produzieren ließ (ehem. VEB Fortschritt).

Hört auf, Menschen zu fragen, ob sie an den Klimawandel "glauben".
Fragt stattdessen, ob sie ihn verstehen.
Es ist Wissenschaft, nicht der Weihnachtsmann.

Historikerin Valorie Clark